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Über die Barockisierung mittelalterlicher Kirchen im Paderborner Raum
In Westfalen gilt der Paderborner Dom als Einfallstor für den Stil des Hochbarock und für die Barockisierungen mittelalterlicher Kirchen. Hier wurde ab 1652 durch mehrere Barockisierungsphasen bis 1736 die Ausstattungssituation radikal verändert, indem unter anderem etwa die Hälfte der Altarstellen und der Lettner abgebrochen wurden – man machte „große Luft“, wie es in den Schriftquellen heißt – und stattete den Raum dann sukzessive neu aus. Kaum eine andere mittelalterliche Kirche der Stadt und der Umgebung wurde so radikal barockisiert wie die Bischofskirche. Sie diente in der Region daher zwar als Vorbild, doch fand jede Kirche ihre ganz individuelle Lösung, um den mittelalterlichen Kirchenraum an den neuzeitlichen Geschmack und die veränderten Anforderungen nach dem Trienter Konzil anzupassen. Im Vortrag soll eine Auswahl dieser individuellen Lösungen vorgestellt werden, beispielsweise diejenigen für die Benediktinerinnenklosterkirchen in Brenkhausen, Gehrden, Paderborn (Gaukirche) und Willebadessen oder für das Frauenstift in Neuenheerse.
Über die Referentin: Dr. Julia von Ditfurth ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunsthistorischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der sakralen Kunst des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Sie wurde mit einer Arbeit über die Barockisierungsprozesse in Damenstifts- und Frauenklosterkirchen in Westfalen promoviert, die 2019 mit dem Gallitzin-Preis ausgezeichnet worden ist.