Geschichte entdecken – unser Programm

Sehr geehrtes Vereinsmitglied,
in unserem Rundbrief finden Sie die Informationen über das vielfältige Programm unseres Vereins in den kommenden Monaten. Ich danke Andreas Weiß (Kreismuseum Wewelsburg) für die Zusammenstellung und Organisation der Vorträge.

Ihr Dr. Andreas Neuwöhner

30. März 2020|

Trauer um Arnold Schwede

Der Kurator des Altertumsvereins starb im Alter von 82 Jahren
Der Altertumsverein Paderborn trauert um sein langjähriges Beiratsmitglied Arnold Schwede. Der Paderborner engagierte sich seit vielen Jahren, besonders aber seit seinem Eintritt in den Ruhestand, in einer geschichtswissenschaftlichen Spezialdisziplin – der Numismatik. Im Rahmen zeitintensiver Recherchen, für die er zahlreiche Archive und Museen Deutschlands und des europäischen Auslands aufsuchte, hat er die Münzgeschichte des Hochstiftes Paderborn und von dessen Nachbarterritorien in der Frühen Neuzeit umfassend erforscht. Die Ergebnisse seiner Forschungen haben sich in zahlreichen Publikationen niedergeschlagen. Hierzu gehören uber 20 Aufsätze in wissenschaftlichen Zeitschriften und Sammelwerken sowie in der Heimatkundlichen Schriftenreihe der Volksbank Paderborn. Darüber hinaus hat der engagierte Forscher umfangreiche münzgeschichtliche Monographien über das Münzwesen in der heimischen Region verfasst, die wissenschaftliche Maßstäbe gesetzt haben.
„Diese Publikationen haben in der deutschsprachigen Fachwelt ausnahmslos große Anerkennung gefunden. Sie werden zweifellos für sehr lange Zeit den Rang numismatischer Standardwerke einnehmen“, betont der Direktor des Altertumsvereins, Dr. Andreas Neuwöhner. „Seine Untersuchungen sind nicht nur in der Reihe „Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte“ des Altertumsvereins Paderborn, sondern zugleich auch als Veröffentlichung der Historischen Kommission für Westfalen erschienen.“ Über drei Jahrzehnte engagierte sich Arnold Schwede außerdem ehrenamtlich als Kustos der wertvollen Münzsammlung des Altertumsvereins, die in Teilen im Museum für Stadtgeschichte ausgestellt ist,: Er hat die Sammlung in dieser Zeit durch zahlreiche Neuerwerbungen ergänzt und vervollständigt. In ähnlicher Funktion betreut er seit vielen Jahren auch die als hochwertiges Kulturobjekt in die Denkmalliste der Stadt Paderborn eingetragene umfangreiche Münzsammlung der Volksbank Paderborn. (Bildquelle: Westfalenblatt)
29. Januar 2020|

Münsterländer Schlösserfahrt

1. Teil – Schlösser in den Kreisen Coesfeld und Warendorf

Leitung: Studiendirektor a. D. Klaus Hohmann, Marianne Moser M.A.

Am Samstag, dem 18. April 2020, findet unter der gewohnten Leitung von Marianne Moser und mit den Führungen des Vereinsmitglieds Klaus Hohmann die jährliche kulturhistorische Tagesexkursion statt.

Programm

7.30 Uhr Abfahrt Paderborn, Liboriberg, Ecke Liboristraße

7.35 Uhr Abfahrt Hauptbahnhof

9.45 -10.15 Uhr Führung auf  Burg Vischering, Kreis Coesfeld

13.00 – 14.00 Uhr Mittagessen im Hotel Lohmann, Rinkerode

16.15 – 17.00 Uhr Kaffee im Cafè Lünningmeyer in Ascheberg

19.00 Uhr Ankunft Paderborn

Die Fahrt beginnt mit der Außenbesichtigung von Burg Vischering bei Lüdinghausen, bis heute im Besitz der Droste zu Vischering, an den Kreis verpachtet als Münsterlandmuseum. Nach einem Großbrand wurde die bedeutende, sehr geschlossene Anlage auf einer Insel bis 1580 im Renaissancestil mit Vorwerk erneuert. Als nächstes Ziel geht es zum Haus Sandfort in Olfen, nahe Nordkirchen gelegen. Mittelpunkt der Gräftenanlage aus dem frühen 16. und 18. Jahrhundert, mit Ökonomiegebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, ist das in Bruchstein und Backstein errichtete Haupthaus mit eingezogenem Turm. Gleich alt ist das Brauhaus mit zwei Ecktürmen, wie die Ökonomie auf der Vorburginsel gelegen. Die Anlage stimmt ein in eine Vielzahl vergleichbarer Schlösser, die in den beiden Exkursionen besucht werden. Sie ist zugleich ein charakteristisches Beispiel, dass die Schlosstürme zu einem militärisch sinnlosen Bauzitat für Adelshäuser geworden sind.

Die Kleinstadt Olfen ist seit dem Ende des 9. Jahrhunderts dokumentiert. Die Burgbesitzer Frydag-Löringhoff zählten zum sog. westfälischen Uradel, der seit dem 11./12. Jahrhundert feststellbar ist. Wie aus vielen anderen alten westfälischen Geschlechtern gingen viele Mitglieder nach Ostpreußen und Livland. Als Deutschordensritter oder Schwertbrüder im Baltikum erreichten sie oft hohe Positionen. Von etwa 1300 bis 1550 waren die Grafen von Mecheln, einer Grafschaft bei Antwerpen, Eigentümer. Seit 1719 sitzen die von Bodelschwingh auf Haus Sandfort. Aus einer Linie der berühmten Familie stammen preußische Minister und Oberpräsidenten, ebenso Pastor Friedrich von Bodelschwingh, der Gründer der Bethelschen Anstalten. Sandfort ging durch Kauf 1869 an die Grafen von Wedel, deren Sippe im ganzen Nord- und Ostseeraum saß. Die letzte Wedel, die den ursprünglichen Namen der Bodelschwingh von Hagen trug, adoptierte im vorigen Jahrhundert den Grafen Friedrich von Plettenberg, der den mütterlichen Namen dem seinen hinzufügte.

Das bedeutendste Ziel des Tages ist Schloss Nordkirchen. Die in der Grundanlage Versailles folgende Anlage um zwei sich erweiternde Höfe, das „westfälische Versailles“ ist vom Münsteraner Fürstbischof Friedrich Christian von Plettenberg seit 1700 in fast dreieinhalb Jahrzehnten an der Stelle einer Anlage des 11. Jahrhunderts, seit dem 13. Jahrhundert in Pacht der Herren von Lüdinghausen, erbaut worden. Architekten waren Gottfried Laurenz Pictorius, sein Sohn Peter, dann Johann Conrad Schlaun. Die vor allem  im Sauerland an vielen Orten begüterten Plettenberg blieben bis 1833. Als Erbe übernahm es der ungarische Graf Miklos Ferenc aus der berühmten Esterhazy-Familie. 1903 kaufte der Herzog von Arenberg das Schloss, Inhaber eines dem Wiener Kongress verdankten niederrheinischen Miniherzogtums. Die Erben ließen das Schloss verfallen, die Nutzung seit 1918 war unterschiedlich. Das Land NRW rettete und sanierte das Schloss für die zentrale staatliche Finanzschule.

Der Kopfbau mit seitlichen, architektonisch angebundenen Pavillons  verbindet sich mit den abgetreppten Flügeln der Dienerschaft. Alle Bauten sind in rotem Backstein erbaut. Den weitläufigen Park bereichern außer Figuren und Vasen architektonisch die barocke sog. Oranienburg, der Marstall von 1813, die spätbarocke vielgliedrige Orangerie von Schlaun, Treibhäuser und Fasanerie. ─ Die Gruppe wird von einem bestallten Führer eine Stunde durch Schlossanlage und Park geführt.

Ein weiteres bedeutendes Ziel ist Schloss Westerwinkel in Ascheberg-Herbern im Eigentum einer Linie der alten münsterländischen Familie von Merveld / Merveldt. Die Familie besaß unter anderem das Drostenamt in Wolbeck. Sie stellte viele Mitglieder der fürstbischöflichen hohen Beamtenschaft und des Domkapitels. Auch im baltischen Kurland saß ein Zweig. Die Gräftenanlage mit drei Inseln, Nebengebäuden, Landschaftspark und Alleen ist seit 1225 dokumentiert. Der Hauptbau ist eine 1663 bis 1668 errichtete verputzte Vierflügelanlage der Renaissance mit Eckbastionen und Vorburg. Deren Tor ist 1663 bezeichnet. Zum Park gehören die Orangerie des 17. Jahrhunderts, ein zweigeschossiger barocker Pavillon und das Gärtnerhaus des frühen 20. Jahrhunderts.

In Sichtweite liegt Haus Byink, im Eigentum der Familie von Elverfeld. Die Vorfahren saßen als münstersche Burgmannen auf Burg Herbede (Witten). Zu dem Erbe der Beverförde-Werries in Witten-Werne kam 1883 Schloss Canstein in Marsberg hinzu. Erhalten sind von der Anlage auf zwei Inseln Torhaus und Bauhaus. Das Backstein-Torhaus, bezeichnet 1561, ist repräsentativ gestaltet mit Kreuzstockfenstern, Rautenmustern aus glasierten Backsteinen und Bildern von Bewaffneten, in Westfalen singulär. Repräsentativ  sind auch die Dreistaffelgiebel der Renaissance mit kugelbekrönten Halbkreisen. Das Torhaus von Haus Byink ist eines der ältesten Renaissancegebäude dieses Stils in Westfalen.

Nach dem Mittagessen im renommierten Hotel und Landgasthaus Lohmann in Drensteinfurt-Rinkerode steht als nächstes Ziel  ein kurzer Aufenthalt bei den verbliebenen zwei Gebäuden von Haus Bisping.  In Sichtweise liegt das weitläufige Gut Haus Borg in Rinkerode, gelegen auf drei Inseln mit Bauten des 15. bis 18. Jahrhunderts. Die in zwei Linien geteilte Familie der Kerkerink Borg als früherer Eigentümer saß außer in Rinkerode auf Haus Stapel in Havixbeck. Haus Borg ist erstmals 1264 erwähnt. Es ging 1988 an den Dortmunder Industriellenmakler Martin Dreier und ist ausschließlich privat genutzt. Haus Bisping übernahm gleichzeitig sein Bruder Erich Dreier, der die Immobiliengesellschaft mit ihm gemeinsam führt. Ein Drensteinfurter Stadtführer wird anwesend sein und Privates über die Kerkering Borg berichten.

Die letzte Besichtigung gilt Haus Steinfurt in Drensteinfurt, einer Gräftenanlage, die ursprünglich aus zwei Inseln bestanden hat.Der Dreiflügelbau, errichtet 1706 bis 1709, ist ein Werk des bekannten Münsteraner Architekten Lambert Friedrich von Corfey. Zur Vorburg gehören die Ökonomiegebäude von 1627, das südliche Torhaus mit Staffelgiebeln, entstanden von 1583 bis 1591, und ein weiteres Torhaus sowie eine Wassermühle.

Anmeldung telefonisch oder schriftlich bei der Vereinsgeschäftsstelle bis Freitag, 10. April 2019.  Die Kosten für die Verpflegung sind selbst zu tragen.

Die Teilnahmegebühr beträgt für Vereinsmitglieder 28 Euro und wird abgebucht. Nichtmitglieder zahlen 31 Euro, entweder im Bus oder auf das Vereinskonto bei der Volksbank Paderborn, IBAN: DE75 4726 0121 8731 207300, BIC: DGPBDE3MXXX. Teilnehmer, die mit eigenem Auto teilnehmen, entrichten 9 Euro.
─ Für die Führungen und Besichtigungen entstehen keine weiteren Kosten.

Bildquelle: Blick auf die Burg Vischering im Jahr 2008| Foto: Wikipedia / Rainer Lippert

24. Januar 2020|

Landjuden in Haaren und im Altenautal – Sonderausstellung im Kreismuseum Wewelsburg

Seit dem 17. Jahrhundert lassen sich Landjuden in Haaren nachweisen. 1856 wurde die jüdische Kultusgemeinde in Haaren durch die jüdischen Einwohner der Altenaudörfer Atteln, Etteln und Husen zu einem größeren Synagogenbezirk erweitert. Für die Einwohner aus dem Altenautal bedeutete das lange, beschwerliche Wege zur Synagoge. In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts zogen viele jüdische Landbewohner in die Städte, so auch aus Haaren und Atteln.

Die verbleibenden Familien gliederten sich weitgehend erfolgreich in die ländliche Dorfgemeinschaft ein. Durch die Nationalsozialisten wurden die jüdischen Familien seit 1933 aus ihren Dörfern vertrieben, in Ghettos und Konzentrationslager deportiert und ermordet. Nur wenige überlebten den Holocaust. Die Ausstellung „Landjuden in Haaren und im Altenautal“ erinnert an die Schicksale jüdischer Familien aus Haaren und Atteln im Altenautal.

Jost Wedekin, ehemaliger Leiter der Hauptschule Atteln-Haaren, veröffentlichte bereits 2008 seine Forschungen in einer Ausstellung zu jüdischen Familien aus Haaren. Unterstützt wurde er von Alfred Voßmann und Reinhold Uhl vom Heimat- und Verkehrsverein Haaren. 2018 erarbeitete Jost Wedekin zusammen mit der Historikerin Gerda Mörchen eine weitere Ausstellung zu den Familien Wittgenstein und Rosenberg aus Atteln. Das Kreismuseum zeigt nun beide Ausstellungen zusammen, um 75 Jahre nach Kriegsende an das jüdische Leben im Paderborner Land zu erinnern. Hier finden Sie weitere Informationen.

Die Ausstellung wird im Kreismuseum Wewelsburg am 6. Februar um 16.00 Uhr eröffnet.

 

15. Januar 2020|

Meyerpreis 2019 für Forschungsarbeit über Friedrich Spee

Folter und Geständnis – Dr. Frank Sobiech erhält Auszeichnung für seine Habilitation.

Sein Denkmal steht auf dem Kamp in Paderborn vor seiner ehemaligen Wirkungsstätte: Seit vielen Jahrzehnten beschäftigen sich Historiker und Theologen mit dem Leben und Wirken des Jesuiten Friedrich Spee von Langenfeld. Er gilt bis heute als Kritiker der frühneuzeitlichen Hexenverfolgungen. In seiner „Cautio Criminalis“ (1631) argumentierte Spee gegen die Folter, für eine generelle Unschuldsvermutung, Verteidigungsmöglichkeiten vor Gericht und unparteiische Richter. Damit formulierte er bis heute gültige Forderungen nach einer unabhängigen, menschenrechtlichen Prinzipien folgenden Justiz. Der Kirchenhistoriker Dr. Frank Sobiech, seit Oktober 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kirchengeschichte und Patrologie an der Theologischen Fakultät Paderborn, forscht seit Jahren in regionalen und überregionalen Archiven zu Friedrich Spee. Nun wurde er vom Altertumsverein Paderborn mit dem Meyerpreis für seine herausragende Habilitation ausgezeichnet. „Die herausragende Untersuchung über Friedrich Spee und die Gefängnisseelsorge der Jesuiten während der Hexenverfolgungen in Deutschland hat das Preisgericht überzeugt“, betonte Vereinsdirektor Dr. Andreas Neuwöhner bei der Preisverleihung, die im Erzbischöflichen Generalvikariat in Paderborn stattfand.

Auf der Grundlage neuer Quellen hat der neue Preisträger des Altertumsvereins nicht nur eine umfassende Biographie Friedrich Spees verfasst, sondern auch eine Werkgeschichte seiner Kampfschrift gegen die Hexenprozesse: „Frank Sobiechs Arbeit eröffnet für die historische Forschung völlig neue Perspektiven, da sie biografische Stationen von Spee konsequent und systematisch in die Geschichte des Jesuitenordens einbettet und seine Werke als Verarbeitung von Erfahrung deutet.“ Spee wird überzeugend als moderner „Empiriker“ dargestellt, der zeitgenössische theologische Positionen hinterfragte und durch kühle Beobachtung neue Erkenntnisse gewann. Dies gilt im Besonderen für die sein bedeutendstes Werk, die Cautio Criminalis, die ohne Berücksichtigung der beeindruckenden Erfahrungen in  der Gefängnisseelsorge nicht zu verstehen ist.

Der Preisträger stellte im Rahmen der Verleihung selbst einige Aspekte aus seiner Forschungsarbeit vor. Die Habilitationsschrift von Frank Sobiech ist in Rom in englischer Sprache erschienen. Sie trägt den Titel „Folter und Geständnis: Friedrich Spee SJ (1591-1635) in der Gesellschaft Jesu“. Die Monografie ist empfehlenswert für jeden, der sich mit Friedrich Spee, mit Gegenreformation, Konfessionalisierung, der Geschichte des Jesuitenordens und der Hexenverfolgung beschäftigen möchte.

Bildzeilen: Freude über eine herausragende Forschungsarbeit: (von links) Prälat Thomas Dornseifer, Preisträger Dr. Frank Sobiech, Dr. Andreas Neuwöhner und Dietrich Honervogt (stv. Bürgermeister) bei der Preisverleihung in den Räumen des mittelalterlichen Domklosters.

Über den Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis

Der Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis wird vom Paderborner Altertumsverein seit 1991 für Arbeiten junger Historiker zur Geschichte Ost- und Südwestfalens ausgelobt. Der Preis ist  mit einem Preisgeld von 2.500 Euro dotiert.

12. Dezember 2019|

Jäger und Beute – Jagdgemälde der Fürstenberg Stiftung Eggeringhausen

Barocke Tierdarstellungen von hoher Qualität sind ab dem 29. November im Residenzmuseum Schloß Neuhaus zu sehen. Sie stammen aus der Sammlung Fürstenberg und geben einen Einblick in die Ausstattung des Schlosses zur Zeit der Fürstbischöfe. Die Gemälde, frisch restauriert, werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Eine finanzielle Förderung des Landes NRW hat dies ermöglicht. Die Jagd war für die Residenz Neuhaus von zentraler Rolle. Die Jäger des Bischofs sorgten dafür, dass immer ausreichend Wildbrett für die fürstliche Tafel zur Verfügung stand. Darüber hinaus waren die Parforcejagden in der Senne ein gesellschaftliches Ereignis, das mit hohem Aufwand und zahlreichen Gästen begangen wurde.

Zur Ausstellungseröffnung laden wir Sie herzlich ein! Um 19.30 Uhr wird Dr. Silke Köhn die Gemälde kunsthistorisch einordnen. Das Embrassy Blechbläserensemble wird die Eröffnung musikalisch umrahmen. Ein Begleitband stellt die Gemälde und die benachbarten Jagdschlösser in der Senne vor. Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei.

25. November 2019|

Nach dem Krieg – Sortir de la guerre

Ausstellungseröffnung | Freitag, 15.11.2019, 17 Uhr im Historischen Rathaus Paderborn / Le Mans & Paderborn | 1919-1930

Die Ausstellung wirft anhand von Bildern, Dokumenten und erläuternden Texten einen vergleichenden Blick auf Le Mans und Paderborn in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Für beide Städte ist dies eine Zeit großer Umbrüche. Der „Große Krieg“ hinterließ dauerhafte Spuren in beiden Städten. In Le Mans, das hinter der Front von Zerstörungen ver-schont blieb, zeichnete sich rasch ein Neubeginn ab, gestärkt durch das Gefühl des militärischen Sieges. In Paderborn blieb die wirtschaftliche und soziale Situation zunächst instabil. Deutschland war im November 1918 eine Republik geworden und das politische Leben musste sich neu ordnen. Wie entwickelten sich die beiden Städte in einer Zeit, die von Trauer, Hoffnung und großer Unsicherheit geprägt war? Wie lebten die Bevölkerungen von Le Mans und Paderborn zwischen Rachegefühlen und dem Wunsch nach Frieden und Annäherung?

Eine zweisprachige deutsch-französische Ausstellung der Universität Paderborn, der Le Mans Université, des Stadtmuseums Paderborn, des Stadt- und Kreisarchivs Paderborn und der Archives municipales du Mans.

Zur Ausstellungseröffnung wird herzlich eingeladen.

Die Ausstellung wird anschließend in der „Galerie Bilderbogen“ auf dem Bürgermeisterflur, Am Abdinghof 11, zu den regulären Öffnungszeiten der Stadtverwaltung zu sehen sein. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband als Band 13 der Reihe „Paderborn in historischen Fotografien“, der in der Tourist Information und im örtlichen Buchhandel zu bekommen ist.

Bildzeile: Massenveranstaltung auf dem Paderborner Rathausplatz 1918/19. Foto: Stadt- und Kreisarchiv Paderborn.

10. September 2019|

Vorstands und Beirat gewählt

Vorstand und Beiratsmitglieder des Altertumsvereins
freuen sich über eine gelungene Mitgliederversammlung in Minden.

Am 25. Mai 2019 tagten die Mitglieder des Altertumsvereins in Minden – der preußischen Garnisonsstadt. In diesem Jahr standen Wahlen zum Vorstand, Beirat und den weiteren Vereinsgremien auf dem Programm. Auf der Versammlung bedankte sich Direktor Dr. Andreas Neuwöhner bei den ausscheidenden Vorstands- und Beiratsmitgliedern, die sich über viele Jahre sich für den Verein engagiert haben.

Auch Vorstandsmitglied Dr. Rainer Decker hat aus Altersgründen die Redaktion der Westfälischen Zeitschrift abgegeben. Es ist seiner fachkundigen Arbeit zu verdanken, dass die WZ für die Forschung zur westfälischen Landesgeschichte heute unverzichtbar ist. Herzlichen Dank!

Vorstandsmitglieder

  • Vereinsdirektor: Dr. Andreas Neuwöhner
  • Stellv. Vereinsdirektor: Prof. Peter E. Fäßler
  • Geschäftsführer: Jonas Eberhardt
  • Schatzmeister: Franz-Josef Krüger
  • Schriftführerin: Marianne Witt-Stuhr
  • Redaktion WZ: Wilhelm Grabe
  • Studienfahrten: Marianne Moser

Beiratsmitglieder

  • Prof. Dr. Rüdiger Althaus (Domkapitel Paderborn, Theologische Fakultät),
  • Philipp Freiherr von Fürstenberg (Bank für Kirche und Caritas),
  • Prof. Dr. Michael Ströhmer (Uni Paderborn),
  • Michael Gosmann (Stadtarchiv Arnsberg),
  • Nicole Michaelis (Direktorin Theodorianum),
  • Kirsten John-Stucke, M.A. (Kreismuseum Wewelsburg),
  • Dr. Martin Kroker (Museum in der Kaiserpfalz),
  • Michael Koch (Stadtarchiv Höxter),
  • Roland Linde (Detmold),
  • Michael Pavlicic (Stadtarchiv Lippspringe),
  • Prof. Dr. Eva Maria Seng (Uni Paderborn),
  • Dr. Sven Spiong (LWL-Archäologie),
  • Wolfang Stüken (Paderborn),
  • Andreas Weiß, M.A. (Kreismuseum Wewelsburg),
  • Hans Jürgen Rade (Domvikar)

 

14. Mai 2019|

Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis für André Biederbeck

Gratulation: Prof. Dr. Werner Freitag (WWU); Dr. André Biederbeck (TU Dortmund); Dr. Andreas Neuwöhner (Altertumsverein Paderborn) und Dr. Stefan Mühlhofer (Stadtarchiv Dortmund) bei der Preisverleihung im Hoesch-Museum (von links).

Im Wilhelminischen Kaiserreich bildete sich mit der sozialistischen Arbeiterschaft ein Milieu heraus, dessen Existenz einer permanenten Selbstdeutung bedurfte. Großes Gewicht kam dabei den Vereinsorten zu, an denen bei Versammlungen und Festen gesellschaftliche Konflikte wachgehalten und Zukunftsvisionen beschworen wurden. Vereinslokale waren Orte, an denen sich die auf verschiedene Arbeits- und Wohnstätten verteilten Arbeiter(-familien) einer Stadt bzw. Region begegnen und einander bewusst werden konnten. Am Beispiel Dortmunds und seines Umlandes spürt der Historiker Andrè Biederbeck die Knotenpunkte des Vereinslebens auf – u.a. Vereinsgaststätten, Gewerkschaftshaus, Verlagsgebäude – und untersucht deren Relevanz für die Herausbildung einer sozialistischen Identität.

Für seine hervorragende wissenschaftliche Arbeit erhielt er nun vom Altertumsverein Paderborn den Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis. Nach einer Führung durch das Hoesch-Museum wurden die Besucher von Vereinsdirektor Dr. Andreas Neuwöhner (Altertumsverein Paderborn) begrüßt. Prof. Dr. Werner Freitag (Westfälische Landesgeschichte der WWU / IStG), der die Arbeit wissenschaftlich betreut hat, hielt die Laudatio. Der Preisträger stellte anschließend selbst einige Aspekte aus seiner Forschungsarbeit vor. Die Veranstaltung wurde musikalisch auf dem Akkordeon von René Madrid begleitet. Die Dissertation von André Biederbeck ist als Band A99 in der Reihe Städteforschung erschienen, sie kann bei böhlau bestellt werden.

7. Dezember 2018|

80 Jahre Pogromnacht – Gedenkwoche wird geplant

Am 9. November 1938 brannten in Stadt und Kreis Paderborn die Synagogen nieder. Das städtische Kulturamt, die Universität, die Jüdische Kultusgemeinde und die Christlich-Jüdische Gesellschaft nehmen den 80. Jahrestag zum Anlass, um mit zahlreichen Akteuren aus Kultur und Wissenschaft eine Gedenkwoche zu gestalten. Vertreter der Museen, der Universität, der Kirchen und Vereine sowie interessierte Studenten trafen sich vor kurzem in der Universität Paderborn und bereiteten die Gedenkwoche vor.
Eine gemeinsame Internetseite ist die zentrale Plattform für Informationen zur Gedenkwoche. Sie ist unter der Adresse www.80jahrepogrom.jgpb.de zu finden. Dr. Sebastian Bischof vom Lehrstuhl für Zeitgeschichte des Historischen Instituts der Uni Paderborn machte deutlich, dass neben dem Gedenken auch eine aktive Auseinandersetzung mit Antisemitismus gefordert ist. Hierzu wird es ebenfalls Veranstaltungen geben. Das Stadtmuseum, das die zerstörte Paderborner Synagoge in einer medialen Rekonstruktion zeigt, wird das Forschungsprojekt „Synagoge in Deutschland“ der TU Darmstadt vorstellen. Ausstellungen zur jüdischen Kultur und Kunst wird es im Stadtmuseum Brakel und im Kreismuseum Wewelsburg geben. Ziel ist es, in den Kreisen Paderborn und Höxter eine breite Beteiligung an der Gedenkwoche zu erreichen.

Bildquelle: Ansichtskarte mit der Paderborner Synagoge (Stadt- und Kreisarchiv Paderborn)

4. Oktober 2018|