
Vorderseite des Liesborner Evangeliars: Museum Abtei Liesborn
Das Historische Institut der Universität Paderborn lädt in Kooperation mit dem Altertumsverein Paderborn am 25. November um 18.15. Uhr herzlich zu einem Vortrag von Dr. Sebastian Steinbach (Museum Abtei Liesborn) ein. Der Referent gibt unter dem Titel: „Vom Evangeliar der Berthildis zur Westfalengeschichte von Witte – Bibliothek und Skriptorium der Abtei Liesborn im Mittelalter“ einen spannenden Einblick in die mittelalterliche Buchproduktion der Abtei Liesborn und stellt dabei bedeutende Handschriften wie das bekannte „Liesborner Evangeliar“ und die „Historia Westphaliae“ vor.
Es handelt sich um das 2017 für 3 Millionen Euro für das Abteimuseum (zurück-)erworbene „Liesborner Evangeliar“ aus dem 11. Jahrhundert und um die Originalhandschrift der wichtigen „Historia Westphaliae“ des Bernhard Witte aus dem 16. Jahrhundert. Während das Liesborner Evangeliar für den Beginn der mittelalterlichen Klosterbibliothek steht, markiert Wittes Handschrift den Übergang in die Neuzeit und beide Manuskripte zusammen bilden eine Klammer um die Geschichte der Abtei zwischen den Jahren 1000 und 1500. Durch detektivische Forschungsarbeit konnte diese verloren geglaubte Handschriften kürzlich wieder aufgespürt werden – ein wahrer Krimi!
Über das Liesborner Evangeliar: Die Handschrift ist eine der wenigen vollständig erhaltenen karolingischen Evangeliare aus einem westfälischen Kloster. Sie entstand wohl im ersten Viertel des 11. Jahrhunderts in einer unbekannten Werkstatt, vermutlich in Essen oder im Erzbistum Köln. In ihrer Schrift und Ausstattung steht sie am Ende der Tradition der karolingischen Evangeliare, die bis in das frühe 9. Jahrhundert zurückreicht. Das Evangeliar war spätestens seit dem 11. Jahrhundert in der Abtei Liesborn vorhanden und wurde dort in der Liturgie benutzt. »Hier gibt es weitere Informationen
Über die „Historia Westphaliae“: Der Liesborner Mönch Bernhard Witte verfasste im 16. Jahrhundert eine Weltchronik von der Sintflut bis zum Jahre 1520. Das Manuskript galt lange Zeit als verschollen und Forschungen an dieser „Westfalengeschichte“ konnten sich ausschließlich auf den 1778 in Münster bei Aschendorff erfolgten Druck stützen. Die kürzlich in Privatbesitz wiederentdeckte Handschrift dieser Chronik wurde in einer Sonderausstellung bis 19. Oktober 2025 an ihrem ursprünglichen Entstehungsort gezeigt.
Infos zur Veranstaltung:
📅 Dienstag, 25. November 2025, 18:15 Uhr
📍 Raum O1.224, Historisches Institut der Universität Paderborn
(Warburger Str. 100, 33098 Paderborn)
Der Eintritt ist frei. Interessierte sind herzlich eingeladen.
Eine Veranstaltung des Historischen Instituts der Universität Paderborn in Kooperation mit dem Altertumsverein Paderborn.
- Innerhalb des Textes der Westfalengeschichte sowie am Ende der Handschrift finden sich eine Reihe von Stammbäumen, die nicht vollständig in den Druck übernommen wurden. Eine genaue Analyse des Inhalts dieser schematischen Darstellungen steht bislang noch aus. Foto: Museum Abtei Liesborn des Kreises Warendorf
- Paternoster im Liesborner Evangeliar; Museum Abtei Liesborn
- Vorderseite des Liesborner Evangeliars: Museum Abtei Liesborn
- Das Evangeliar wird auf seine Echtheit überprüft. Museum Abtei Liesborn
- Darstellung der Heiligen Ursula. Bernhard Witte. Historia Westphaliae. Handschrift, fol. 19v.; Museum Abtei Liesborn
- Dr. Sebastian Steinbach, den Leiter des Museums Abtei Liesborn,







