Der Altertumsverein verabschiedet sich von einem seiner prägenden Köpfe: Nach Jahrzehnten an der Schnittstelle von Forschung, Sammlung und Öffentlichkeit legt Prof. Dr. Norbert Börste sein Amt als ehrenamtlicher Kurator und Beiratsmitglied nieder. Zurück bleibt ein Sammlungsgefüge, das in weiten Teilen seine Handschrift trägt – und ein Verständnis von Regionalgeschichte, das stets über die Grenzen des Lokalen hinausreichte. Als Kunsthistoriker hat Norbert Börste die Objekte des Altertumsvereins nie nur als museale Bestände behandelt, sondern als Zeugen einer vielschichtigen Kulturgeschichte, in der Bistum, Stadt und Region unauflöslich miteinander verwoben sind. „Über viele Jahre hat Prof. Börste die kunsthistorische Sammlung des Altertumsvereins begleitet, wissenschaftlich erschlossen und mit großem persönlichen Einsatz für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit seinem Blick für Details und seiner tiefen Kenntnis der regionalen Kunst- und Kulturgeschichte hat er dazu beigetragen, bedeutende Zeugnisse der Vergangenheit zu bewahren und neu zu entdecken“, betont Dr. Andreas Neuwöhner. „Sein Wirken ging dabei weit über die reine Sammlungsarbeit hinaus: In Ausstellungen, Publikationen, Exkursionen und Vorträgen machte er stets deutlich, dass historische Objekte mehr sind als schöne Dinge – sie erzählen Geschichten von Menschen, Orten und Traditionen.“

Bildzeile: Eine Paderborner Landkiste als Dankeschön – Dr. Andreas Neuwöhner verabschiedet Prof. Norbert Börste bei der Beiratssitzung des Altertumsvereins im Paderborner Stadtmuseum.(v.l., Foto: Marianne Witt-Stuhr, Altertumsverein)

Verantwortung für das kulturelle Erbe

Mit dem Generationswechsel geht die Verantwortung für die kunsthistorische Sammlung des Paderborner Altertumsvereins nun zunächst kommissarisch auf den Vereinsdirektor Dr. Andreas Neuwöhner über, bis ein neuer Kustos gefunden wird. „Die kunsthistorische Sammlung des Altertumsvereins ist ohne die Arbeit von Prof. Dr. Norbert Börste kaum denkbar“, betont Dr. Andreas Neuwöhner. Mit Blick auf seine Aufgabe versteht der 55jährigeHistoriker den Übergang ausdrücklich als Kontinuitätslinie: „Es geht darum, die von Prof. Börste geschaffenen Strukturen zu sichern und die Sammlung inhaltlich weiterzuführen – etwa durch Ausstellungen, Kooperationen mit Museen und Angeboten für ein interessiertes Publikum.“ Durch die enge Anbindung an das Paderborner Stadtmuseum, das LWL-Museum in der Kaiserpfalz, das Residenzmuseum und das Kreismuseum Wewelsburg eröffne sich zugleich Möglichkeiten, die Bestände des Altertumsvereins in größere Erzählungen zur Stadt- und Regionalgeschichte einzubinden. Der Altertumsverein hält somit an seinem Selbstverständnis fest, mehr zu sein als ein Bewahrer von Depotschätzen: Unter dem Motto „sammeln, forschen und bewahren“ versteht sich der Verein als Ort, an dem die Region über sich selbst nachdenkt. So markiert der Abschied von Norbert Börste auch einen Moment der Bilanz: Es deutet darauf hin, dass im Altertumsverein nicht nur Erinnerung verwaltet, sondern immer wieder neu gefragt wird, was dieses kulturelle Gedächtnis einer Region im 21. Jahrhundert leisten soll – und für wen.

Herzlichen Dank

Der Altertumsverein Paderborn spricht Prof. Dr. Norbert Börste seinen herzlichen Dank für die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit und seinen unermüdlichen Einsatz für die Sammlungen aus. Seine fachliche Handschrift wird in vielen Bereichen sichtbar bleiben und auch zukünftige Projekte prägen.

Vortragshinweis: Das LWL-Museum in der Kaiserpfalz lädt  am 21. Januar um 19.00 Uhr herzlich zu einem Vortrag von Prof. Dr. Norbert Börste ein. Der Referent berichtet über Westfalen, das Land der Hallenkirchen. Der Paderborner Dom und seine überregionale Bedeutung für die Entwicklung der Hallenkirchen. Hier informieren

Weitere Infos zu den Sammlungen des Altertumsvereins: Die Sammlung – Überblick und Geschichte | Altertumsverein Paderborn