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Digitale Mitgliederversammlung am 3. Dezember – Ihre Einwahldaten

Liebe Mitglieder,

unsere digitale Mitgliederversammlung findet am 3. Dezember 2021 um 15.00 Uhr statt. Wir stellen Ihnen nun die Einwahldaten zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Vorstandsteam

 

Hier finden Sie die Einwahldaten zur Versammlung:

Meeting-ID: 956 3076 6191

Kenncode: 933650


Schnelleinwahl mobil

+16468769923,,95630766191#,,,,*933650# Vereinigte Staaten (New York)

+16699006833,,95630766191#,,,,*933650# Vereinigte Staaten (San Jose)

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        +1 669 900 6833 Vereinigte Staaten (San Jose)

        +1 253 215 8782 Vereinigte Staaten (Tacoma)

        +1 301 715 8592 Vereinigte Staaten (Washington DC)

        +1 312 626 6799 Vereinigte Staaten (Chicago)

        +1 346 248 7799 Vereinigte Staaten (Houston)

        +1 408 638 0968 Vereinigte Staaten (San Jose)

        +49 69 3807 9884 Deutschland

        +49 69 5050 0951 Deutschland

        +49 69 5050 0952 Deutschland

        +49 695 050 2596 Deutschland

        +49 69 7104 9922 Deutschland

        +49 69 3807 9883 Deutschland

Meeting-ID: 956 3076 6191

Kenncode: 933650

Ortseinwahl suchen: https://uni-paderborn-de.zoom.us/u/acej1PgasO

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Tagesordnung der Mitgliederversammlung am 3. Dezember 2021

  1. Begrüßung: Vereinsdirektor Dr. Neuwöhner
  2. Genehmigung des Protokolls der letzten

Mitgliederversammlung

  1. Bericht des Vereinsdirektors
  2. Bericht des Schatzmeisters
  3. Bericht der Kassenprüfer
  4. Entlastung des Vorstands
  5. Beschluss über die Satzungsänderung:
    §6. Die Mitgliederversammlung
    Es wird die Satzung dahingehend erweitert, dass in Zukunft digitale Versammlungen möglich sind (Wortlaut der Satzungsänderung siehe unten). Über die Änderung findet zusätzlich zur digitalen Abstimmung eine schriftliche Abstimmung statt. Der zugehörige Stimmzettel folgt auf Seite 7. Bitte nach der Mitgliederversammlung bis 27.11.2021 postalisch an die Adresse der Geschäftsstelle (siehe Seite 17) senden. Die Auszählung erfolgt am 29.11.2021 in der Geschäftsstelle. Wir bitten um zahlreiche Teilnahme
  6. Verschiedenes

Änderung des § 6 der Satzung des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Paderborn e.V. vom 26. April 2003

 

ALT:

㤠6. Die Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung ist oberstes Organ des Vereins. Sie findet mindestens einmal im Jahr statt und wird durch den Vereinsdirektor einberufen. Die Mitglieder sind unter Bekanntgabe der Tagesordnung mindestens drei Wochen vor dem Tage der Einberufung schriftlich einzuladen. Der Vereinsdirektor kann eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Er ist hierzu verpflichtet, wenn mindestens ein Dreißigstel der Vereinsmitglieder dies unter Angabe des Zwecks und der Gründe schriftlich verlangen. In diesem Fall sind die Mitglieder unter Bekanntgabe der Tagesordnung innerhalb eines Monats nach Eingang des schriftlichen Antrags schriftlich einzuladen.“

NEU (Änderungen fett und rot):

㤠6. Die Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung ist oberstes Organ des Vereins. Sie findet mindestens einmal im Jahr statt und wird durch den Vereinsdirektor einberufen. Die Mitglieder sind unter Bekanntgabe der Tagesordnung mindestens drei Wochen vor dem Tage der Einberufung schriftlich einzuladen. Der Vorstand kann beschließen, dass die Mitglieder an den Sitzungen der Mitgliederversammlung auch ohne Anwesenheit an einem bestimmten Versammlungsort teilnehmen und sämtliche oder einzelne ihrer Rechte im Wege elektronischer Kommunikation ausüben sowie auf diese Weise Beschlüsse fassen können. Der Vorstand kann weiterhin beschließen, dass die Mitglieder ihre Stimmen unabhängig von ihrer Teilnahme an der Mitgliederversammlung innerhalb einer bestimmten Frist vor oder nach Durchführung der Mitgliederversammlung schriftlich abgeben können. Die Regelungen dieses Absatzes gelten entsprechend für Sitzungen des Vorstandes.

Der Vereinsdirektor kann eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Er ist hierzu verpflichtet, wenn mindestens ein Dreißigstel der Vereinsmitglieder dies unter Angabe des Zwecks und der Gründe schriftlich verlangen. In diesem Fall sind die Mitglieder unter Bekanntgabe der Tagesordnung innerhalb eines Monats nach Eingang des schriftlichen Antrags schriftlich einzuladen.“

 

 

 

25. November 2021|

Absage aller Kulturveranstaltungen des Altertumsvereins Paderborn aufgrund der Corona-Pandemie 

Liebe Mitglieder und Förderer,

die erneut zunehmende Verbreitung der Corona-Pandemie hat  den Altertumsverein Paderborn dazu veranlasst, sein Angebot an Kulturveranstaltungen vorerst stark einzuschränken.

Für die abgesagten Veranstaltungen werden im kommenden Jahr Ersatztermine gesucht und rechtzeitig bekannt gegeben.

Die digitale Mitgliederversammlung wird, wie bereits angekündigt, am 3.12. um 15.00 Uhr stattfinden.

Wir werden die Einwahldaten dazu im Vorfeld auf der Internetseite einstellen.

Wir bitten um Verständnis! Bitte bleiben Sie gesund!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Vorstandsteam

15. November 2021|

Nachruf: Prof. Dr. Karl Hengst im Alter von 82 Jahren verstorben

Nach längerer Krankheit verstarb der ehemalige Direktor der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek und emeritierte Professor für die Paderborner Bistumsgeschichte an der Theologischen Fakultät Dr. Karl Hengst. Im alten Hochstiftsdorf Bühne bei Borgentreich erblickte er am 5. Januar 1939 das Licht der Welt. Seine bäuerliche Herkunft und eine daraus resultierende Bodenständigkeit waren ein wesentlicher Faktor dafür, dass Hengst der Geschichte des alten geistlichen wie auch weltlichen Landes Paderborn sehr zugetan war. Nach dem Abitur am Theodorianum studierte Hengst Theologie in Paderborn und München und wurde 1964 zum Priester geweiht. Stationen seiner Seelsorgetätigkeit waren Lütgendortmund und Bad Driburg. 1974 wurde Hengst mit dem Thema „Kirchliche Reformen im Fürstentum Paderborn unter Dietrich von Fürstenberg“ promoviert. Danach war er einige Jahre als Privatdozent an der Ruhr-Universität Bochum tätig. 1980 erfolgte seine Habilitation über das Thema „Jesuiten an Universitäten und Jesuitenuniversitäten“.

1980 ernannte ihn der damalige Erzbischof Dr. Degenhardt zum Professor für Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Paderborner Bistumsgeschichte. 1984 wurde Hengst außerdem die Leitung der Akademischen Bibliothek übertragen. Diese Position bekleidete über viele Jahre der legendäre Historiker Prof. Dr. Klemens Honselmann. In relativ kurzer Zeit gelang es dem Verstorbenen, eine Reihe beachtenswerter Publikationen, zumeist unter Mitwirkung seines Freundes und Kollegen Prof. Dr. Hans Jürgen Brandt, herauszubringen. Dazu zählen wissenschaftliche Festschriften und Ortsmonographien, Bücher über die Paderborner Bischöfe und Weihbischöfe sowie das Liborifest.

Sein Fleiß und Können führten dazu, dass Hengst 1983 in die Historische Kommission, eine der sechs wissenschaftlichen Institute des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), berufen wurde. Hier waren die Herausgabe eines mehrbändigen Westfälischen Klosterbuches sowie des Handbuches der Jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe, speziell für den Regierungsbezirk Detmold, Schwerpunkt seiner Tätigkeit. Zusammen mit Prof. Dr. Brandt gelang es ihm, vier umfangreiche Bände zur Geschichte des Bistums – seit 1930 Erzbistums – Paderborn zu verfassen. Dieses umfangreiche Werk löste eine 1820 von Georg Joseph Bessen herausgebrachte, nach heutigen Maßstäben veraltete Publikation ab.

Ein Förderverein zur Restaurierung alter Buchbestände der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek wurde 1987 auf seine Initiative gegründet und hat inzwischen beachtliche Erfolge aufzuweisen. Das unermüdliche kulturhistorische Engagement des Professors Hengst wurde 2013 mit der Verleihung der „Kulturnadel der Stadt Paderborn“ belohnt.

Professor Karl Hengst wurde am Samstag, den 4.9.2021 in seinem Heimatort Bühne beigesetzt.

Ein Nachruf von Michael Pavlicic

 

11. Oktober 2021|

Die Zerstörung Paderborns 1945 – die Alliierten Luftangriffe auf westfälische Städte

Paderborn 1945

Das zerstörte Paderborn (Foto: Stadt- und Kreisarchiv Paderborn/Böse)

Diese Veranstaltung fällt aus und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Referent: Dr. Ralf Blank, Hagen
(In Kooperation mit dem Stadtmuseum)

Wenige Tage nach dem verheerenden Luftangriff vom 27. März 1945 rückten die alliierten Truppen in Paderborn ein. Ein US-Offizier schrieb: „The town was cleaned up fairly easily“. Britische Soldaten halfen, die immer noch brennende Stadt zu löschen. Dr. Ralf Blank wird in seinem Vortrag am 24. November um 20 Uhr die alliierte Strategie des Luftkriegs gegen westfälische Städte in den Blick nehmen und neue Erkenntnisse zum Angriff auf Paderborn präsentieren.

Im Anschluss kann mit dem Referenten noch im Restaurant „Kampus“ gesprochen werden. Der Veranstaltungsort steht noch nicht fest.

4. Oktober 2021|

Geschichte entdecken – unser Programm für Herbst und Winter

Liebe Vereinsmitglieder,

mit dem Rundbrief möchte ich Sie zum Winterprogramm 2021/2022 einladen und über das vielfältige Programm unseres Vereins informieren.

Die Corona-Pandemie hat im zurückliegenden Jahr unser Programm erheblich eingeschränkt. Es freut mich daher besonders, dass die aktuellen behördlichen Vorgaben Veranstaltungen zulassen. Der Altertumsverein wird deshalb unter Beachtung der erforderlichen Schutzmaßnahmen das Wintersemester durchführen. Die Vorträge des Wintersemesters werden an unterschiedlichen Orten stattfinden. Das ist zum einen den Erfordernissen geschuldet, größeren Abstand zwischen den Teilnehmern zu ermöglichen. Hat aber auch eine inhaltliche Dimension. Ich danke der Theologischen Fakultät, dem Museum in der Kaiserpfalz und dem Heinz Nixdorf MuseumsForum, dass sie ihre Räume zur Verfügung stellen.

Vor gut drei Jahren ist in Paderborn eine Luftmine des Typs HC 4000 gefunden worden. Dies löste eine großangelegte Evakuierung der südlichen Paderstadt aus. Nach der erfolgreichen Entschärfung kann nun der sogenannte Blockbuster im Stadtmuseum gesehen werden. Zu diesem Anlass bietet das Stadtmuseum in Kooperation mit dem Altertumsverein eine Veranstaltungsreihe zum Kriegsende in Paderborn an.

Ich hoffe, dass die Corona-Pandemie uns keinen Strich durch unsere Planungen macht und freue mich auf die Veranstaltungen des Wintersemesters

Ihr Dr. Andreas Neuwöhner

3. Oktober 2021|

Vortrag: „Saxones“ – Wer waren die alten Sachsen?

Diese Veranstaltung fällt aus und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Nicht nur das Pferd in ihrem Wappen haben Westfalen und Niedersachsen gemeinsam, sondern damit verbunden häufig auch die Vorstellung, von den alten Sachsen abzustammen, die das Gebiet zwischen Rhein und Elbe an der Wende zum Mittelalter in Besitz genommen hatten. Archäologen und Historiker haben die Geschichte des 1. bis 10. Jahrhunderts im heutigen Westfalen und Niedersachsen inzwischen grundlegend revidiert. Die bekannte Erzählung von der Eroberung dieser Gebiete durch den germanischen Stamm der »alten Sachsen«, den unter anderem das populäre Niedersachsen-Lied propagiert, wurde kritisch hinterfragt. Das Ergebnis: Das ist eine schöne Geschichte – aber auch nicht mehr. Der Mythos entpuppte sich nicht nur als romantisch verklärt, sondern auch als politisch gewollt. Die neuesten Forschungsergebnisse wurden in der Niedersächsischen Landesausstellung „SAXONES“ 2019 erstmalig einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Dr. Babette Ludowici, die Kuratorin der Ausstellung, fasst in ihrem Vortrag noch einmal alle neuen Erkenntnisse zusammen.

Dienstag, 30.11.2021, 20 Uhr / Bitte beachten Sie, dass aktuell in allen LWL-Museen die 2-G-Regel gilt!

Ort: Kaiserpfalz
Referentin: Dr. Babette Ludowici, Abteilungsleiterin Archäologie am Braunschweigischen Landesmuseum)

Bildzeile; In einem Grab gefundener Rüsselbecher; Das Sächsische Gräberfeld bei Immenbeck aus dem 4. bis ins 6. Jahrhundert wurde im Jahr 2000 entdeckt und bis 2004 ausgegraben. Es gilt als das größte sächsische Körpergräberfeld auf dem europäischen Kontinent und zeichnet sich durch seine reichen Grabbeigaben mit Schmuck, Glasperlen, Bernstein sowie spätantiken Gläsern aus. (Bildquelle vgl. Wikipedia)

1. Oktober 2021|

Teufelskinder in Fürstenberg – Altertumsverein zeichnet Forschungsarbeit über Hexenverfolgung aus

Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis geht an Dr. Sarah Masiak

Gab es in der Frühen Neuzeit Hexen? Diese ebenso schlichte wie provokante Frage, welche von aufgeklärten Zeitgenossen heute mitleidig verneint wird, hat sich die Historikerin Dr. Sarah Masiak bei ihrem Dissertationsvorhaben gestellt. Die Wissenschaftlerin untersuchte die besondere Wirkung eines gesellschaftlichen Stigmas am Beispiel der fürstenbergischen Hexenverfolgungen im Hochstift Paderborn (1601-1702). In ihrer Feldstudie beleuchtete sie das Phänomen sogenannter „Teufelskinder“ erstmals multiperspektivisch. Dabei geht es um Angehörige einer lokalen „Hexensippe“, deren Existenz sich im 1300-Seelenort Fürstenberg über fünf Generationen nachweisen lässt. Ihre vermeintliche Abstammung von „Hexenart“ führte nicht nur zur gesellschaftlichen Ausgrenzung und massiver Verfolgung, sondern schuf auch einen ganz eigenen sozialpsychologischen Teufelskreis: Förmlich gezwungen, sich stets mit dem attribuierten Hexenimage auseinanderzusetzen, nahmen einige Teufelskinder ihr Label als „Hexe“ an. Das Ergebnis von Zuschreibung und Verinnerlichung war fatal: Nicht weniger als neun Familien standen teilweise über fünf Generationen immer wieder vor Gericht, angeklagt, mit dem „Hexenblut“ infiziert zu sein.

Für ihre herausragende Forschungsarbeit unter dem Titel „Deüffelskinder“ erhielt Dr. Sarah Masiak nun auf dem Schloss in Fürstenberg den Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis des Paderborner Altertumsvereins. „Das wissenschaftliche Verdienst von Frau Masiaks akribischer Quellenarbeit liegt primär darin, diesen Weg des „Hexenmachens“ durch mehrfachen Perspektivwechsel erstmals kritisch, kenntnisreich und scharfsinnig nachzeichnen zu können. Dabei konfiguriert die Verfasserin ihr Methodenset stets neu: Neben dem Instrumentarium der Historischen Kriminologie greift die Arbeit interdisziplinäre Ansätze aus der Neuen Devianzforschung oder der Sozialpsychologie auf. Erst durch diesen innovativen Methodenmix gelingt es, vereinfachende Täter-Opfer-Stereotype aufzubrechen. Die Arbeit von Frau Masiak bietet eine ebenso kenntnis- wie faktenreiche Mikrogeschichte, deren Erkenntnisse und Methoden weit über die Region hinausreichen dürften“, betonte der Laudator der Preisträgerin Prof. Michael Ströhmer. Die Forschungsarbeit von Dr. Masiak ist unter dem Titel Teufelskinder. Hexenverfolgung und gesellschaftliche Stigmatisierung im Hochstift Paderborn (1601-1703) im Buchhandel erhältlich.

Über den Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis

Der Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis wird vom Paderborner Altertumsverein seit 1991 für Arbeiten junger Historiker zur Geschichte Ost- und Südwestfalens ausgelobt. Der Preis ist mit einem Preisgeld von 2.500 Euro dotiert.

Bildzeile: Freude über eine herausragende Forschungsarbeit: Antonie Gräfin von Westphalen, Prof. Michael Ströhmer, Dr. Sarah Masiak, Matthias Graf von Westphalen und Dr. Andreas Neuwöhner auf Schloss Fürstenberg. (v. l.)

30. August 2021|

Leben am Hof zu Neuhaus – Biografische Skizzen zur Hofkultur einer fürstbischöflichen Residenz

In der Reihe Studien und Quellen zur Westfälischen Geschichte ist unter dem Titel „Leben am Hof zu Neuhaus“ ein neuer Band erschienen: Die Kulturgeschichte des fürstbischöflichen Hofes in Neuhaus ist ein bislang wenig beachtetes Thema. Zu Unrecht. Vor allem die internationalen Beziehungen des Hofes auch jenseits der konfessionellen Grenzen verdeutlichen, dass Neuhaus in der Frühen Neuzeit ein Zentrum für Künstler und Gelehrte war. Der biographische Zugriff stellt die Akteure des fürstbischöflichen Hofes in den Mittelpunkt. Ihre personalen Netzwerke verbanden die höfische Kultur in Neuhaus mit den Höfen des Alten Reichs und vor allem mit Italien. Im Zentrum des Bandes stehen die Künstler, Gelehrten und Mitglieder des Hofstaates, die mit ihrer Tätigkeit die Kultur des Hofes prägten. Ihr Bezug zu Neuhaus und ihr Beitrag zur Gestaltung des Neuhäuser Hoflebens werden herausgearbeitet und so ein Einblick in den Alltag der fürstbischöflichen Residenz ermöglicht. Damit ist der Band auch für ein breites Publikum von Interesse. Das Buch ist reich bebildert und über ein Ortsregister erschlossen. Über die Herausgeber: Andreas Neuwöhner ist promovierter Historiker und Direktor des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn. Zudem ist er Verwaltungsrat im Museumsdienst der Stadt Paderborn. Lars Wolfram ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Paderborn.

Schloß Neuhaus (Winterbild) | Tourist Information Paderborn

Schloß Neuhaus, ehemals Sitz der Fürstbischöfe, gehört zu den frühen Bauten der Weserrenaissance.

Die ehemalige Fürstbischöfliche Residenz Schloß Neuhaus gehörte zu den bedeutendsten Wasserschlössern Westfalens. In seinen Ursprüngen geht das Schloss auf das 14. Jahrhundert zurück. Zur heutigen Vierflügelanlage mit runden Ecktürmen und Gräfte baute man es jedoch erst im 16. Jahrhundert aus. Schloß Neuhaus zählt somit zu den Frühwerken und somit zu den wichtigsten Beispielen der Weserrenaissance. Bis 1802 war Schloß Neuhaus Residenz der Paderborner Fürstbischöfe. Im historischen Remter und den Repräsentationsräumen des Schlosses befindet sich heute das Residenzmuseum. Der barocke Marstall aus dem 18. Jahrhundert erhielt mit der Einrichtung der Museen für Naturkunde und Kunst eine neue Funktion. Das Schloss bildet mit seinen Nebengebäuden und Barockgarten den Mittelpunkt des Schloß- und Auenparks (Gelände der Landesgartenschau 1994), in dem von Mai bis Oktober der Schloßsommer mit einer Vielzahl kultureller Veranstaltungen stattfindet.

 

10. Februar 2021|

Meyerpreis 2019 für Forschungsarbeit über Friedrich Spee

Folter und Geständnis – Dr. Frank Sobiech erhält Auszeichnung für seine Habilitation.

Sein Denkmal steht auf dem Kamp in Paderborn vor seiner ehemaligen Wirkungsstätte: Seit vielen Jahrzehnten beschäftigen sich Historiker und Theologen mit dem Leben und Wirken des Jesuiten Friedrich Spee von Langenfeld. Er gilt bis heute als Kritiker der frühneuzeitlichen Hexenverfolgungen. In seiner „Cautio Criminalis“ (1631) argumentierte Spee gegen die Folter, für eine generelle Unschuldsvermutung, Verteidigungsmöglichkeiten vor Gericht und unparteiische Richter. Damit formulierte er bis heute gültige Forderungen nach einer unabhängigen, menschenrechtlichen Prinzipien folgenden Justiz. Der Kirchenhistoriker Dr. Frank Sobiech, seit Oktober 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kirchengeschichte und Patrologie an der Theologischen Fakultät Paderborn, forscht seit Jahren in regionalen und überregionalen Archiven zu Friedrich Spee. Nun wurde er vom Altertumsverein Paderborn mit dem Meyerpreis für seine herausragende Habilitation ausgezeichnet. „Die herausragende Untersuchung über Friedrich Spee und die Gefängnisseelsorge der Jesuiten während der Hexenverfolgungen in Deutschland hat das Preisgericht überzeugt“, betonte Vereinsdirektor Dr. Andreas Neuwöhner bei der Preisverleihung, die im Erzbischöflichen Generalvikariat in Paderborn stattfand.

Auf der Grundlage neuer Quellen hat der neue Preisträger des Altertumsvereins nicht nur eine umfassende Biographie Friedrich Spees verfasst, sondern auch eine Werkgeschichte seiner Kampfschrift gegen die Hexenprozesse: „Frank Sobiechs Arbeit eröffnet für die historische Forschung völlig neue Perspektiven, da sie biografische Stationen von Spee konsequent und systematisch in die Geschichte des Jesuitenordens einbettet und seine Werke als Verarbeitung von Erfahrung deutet.“ Spee wird überzeugend als moderner „Empiriker“ dargestellt, der zeitgenössische theologische Positionen hinterfragte und durch kühle Beobachtung neue Erkenntnisse gewann. Dies gilt im Besonderen für die sein bedeutendstes Werk, die Cautio Criminalis, die ohne Berücksichtigung der beeindruckenden Erfahrungen in  der Gefängnisseelsorge nicht zu verstehen ist.

Der Preisträger stellte im Rahmen der Verleihung selbst einige Aspekte aus seiner Forschungsarbeit vor. Die Habilitationsschrift von Frank Sobiech ist in Rom in englischer Sprache erschienen. Sie trägt den Titel „Folter und Geständnis: Friedrich Spee SJ (1591-1635) in der Gesellschaft Jesu“. Die Monografie ist empfehlenswert für jeden, der sich mit Friedrich Spee, mit Gegenreformation, Konfessionalisierung, der Geschichte des Jesuitenordens und der Hexenverfolgung beschäftigen möchte.

Bildzeilen: Freude über eine herausragende Forschungsarbeit: (von links) Prälat Thomas Dornseifer, Preisträger Dr. Frank Sobiech, Dr. Andreas Neuwöhner und Dietrich Honervogt (stv. Bürgermeister) bei der Preisverleihung in den Räumen des mittelalterlichen Domklosters.

Über den Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis

Der Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis wird vom Paderborner Altertumsverein seit 1991 für Arbeiten junger Historiker zur Geschichte Ost- und Südwestfalens ausgelobt. Der Preis ist  mit einem Preisgeld von 2.500 Euro dotiert.

12. Dezember 2019|

Jäger und Beute – Jagdgemälde der Fürstenberg Stiftung Eggeringhausen

Barocke Tierdarstellungen von hoher Qualität sind ab dem 29. November im Residenzmuseum Schloß Neuhaus zu sehen. Sie stammen aus der Sammlung Fürstenberg und geben einen Einblick in die Ausstattung des Schlosses zur Zeit der Fürstbischöfe. Die Gemälde, frisch restauriert, werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Eine finanzielle Förderung des Landes NRW hat dies ermöglicht. Die Jagd war für die Residenz Neuhaus von zentraler Rolle. Die Jäger des Bischofs sorgten dafür, dass immer ausreichend Wildbrett für die fürstliche Tafel zur Verfügung stand. Darüber hinaus waren die Parforcejagden in der Senne ein gesellschaftliches Ereignis, das mit hohem Aufwand und zahlreichen Gästen begangen wurde.

Zur Ausstellungseröffnung laden wir Sie herzlich ein! Um 19.30 Uhr wird Dr. Silke Köhn die Gemälde kunsthistorisch einordnen. Das Embrassy Blechbläserensemble wird die Eröffnung musikalisch umrahmen. Ein Begleitband stellt die Gemälde und die benachbarten Jagdschlösser in der Senne vor. Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei.

25. November 2019|
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