Allgemein

Der „edle Tod“ und seine Folgen. Zum Verhältnis von Heiligkeit und Gewalt im 13. Jahrhundert

Wann wird ein gewaltsamer Tod zum „edlen Tod“ und wie kann aus einem Getöteten ein Heiliger werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Vortrag von Prof. Dr. Claudia Garnier (Vechta) am Dienstag, 17. November 2026, um 20 Uhr im LWL-Museum in der Kaiserpfalz, Am Ikenberg 1 in Paderborn.

 


Heiligkeit und Gewalt stehen seit den Anfängen des Christentums in einem spannungsreichen Verhältnis. Lange Zeit galt das Martyrium, der Tod für den Glauben, als ein besonderer Weg zur Heiligkeit. Doch im hohen Mittelalter veränderte sich der Blick auf diese Verbindung. Mit der fortschreitenden Christianisierung Europas verlor das Sterben für den Glauben als Grundlage eines Heiligenkults an Gewicht. Gleichzeitig entwickelte die päpstliche Kurie strenge Kanonisationsverfahren, mit denen Heiligsprechungen geprüft, geregelt und zunehmend an feste Voraussetzungen gebunden wurden.

Wie aber ließ sich unter diesen neuen Bedingungen weiterhin mit dem Bild eines „edlen Todes“ argumentieren? Prof. Dr. Claudia Garnier richtet den Blick exemplarisch auf Engelbert I. von Berg, den Kölner Erzbischof, der im November 1225 erschlagen wurde. Sein gewaltsamer Tod wurde rasch zum Gegenstand intensiver Verehrungs- und Kanonisationsbemühungen. Gerade darin zeigt sich, wie Deutungen von Gewalt entstehen: nicht allein im Augenblick des Geschehens, sondern auch in den Erzählungen, Erinnerungen und Interessen, die sich daran anschließen.
Der Vortrag beleuchtet, wie das Verhältnis von Heiligkeit und Gewalt im 13. Jahrhundert neu ausgehandelt wurde und welche Rolle dies für das religiöse und politische Selbstverständnis der Kölner Kirche spielte. Zugleich eröffnet er einen Blick auf die Mechanismen mittelalterlicher Erinnerungskultur.
Bildzeilen: Caesarius von Heisterbach (Quelle: Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf, Ms. C 27, fol. 1r.)| Bischof Engelbert – Statue (Eichenholz) aus dem Zisterzienserinnenkloster Gevelsberg (um 1235) (Quelle: Märkisches Museum Witten, ohne Inv.-Nr.)

Infos zur Veranstaltung: 📅 Dienstag, 17. November 2026, 20.00 U1hr, 📍 Kaiserpfalz, Am Ikenberg 1, 33098 Paderborn
20. September 2026|

Geschichte entdecken – unser neues Kulturprogramm wartet auf Sie

Liebe Vereinsmitglieder,

mit dem neuen Rundbrief möchte ich Sie zum Vereinsprogramm des Wintersemesters einladen und über das vielfältige Programm unseres Vereins informieren.

Am 28. Juni 2026 haben wir zum zweiten Mal gemeinsam ein Sommerfest gefeiert. Die Klostermauern haben uns dabei vor der großen Hitze geschützt. So konnten die zahlreich erschienen Mitglieder dem spannenden Vortrag von Prof. Dr. Stork zuhören, der über die Klosterbibliothek von Böddeken und deren Regeln sprach. Von einem üppigen Mahl gestärkt, ging es dann in das Museum zur Ausstellung „Die Macht der Regeln“. Die interessanten Exponate boten viele Anlässe zum Nachdenken über die Spielregeln unserer Gesellschaft und deren Wandel. Ein gelungenes Sommerfest, das nach einer Fortsetzung ruft.

Am 21. Juli 2026 konnte der Altertumsverein gemeinsam mit dem Gedenkstättenverein Stalag 326 und dem LWL das Buch „Das Stammlager 326 (VI K) Senne. Sowjetische Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg: Forschungsperspektiven und Erinnerungskultur“ der Presse vorstellen. Das Buch schließt die Workshops ab, die wir seit 2019 zu diesem Thema mit veranstaltet haben. Ein wichtiger Beitrag zu einer Geschichtskultur, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und nicht auf ideologischen Forderungen. Dies ist angesichts einer AfD, die Geschichte zum Aktionsfeld rechtsextremer Propaganda macht, wichtiger denn je.

Ich freue mich auf die Veranstaltungen des Wintersemesters und setze auf ihre Mitwirkung.

Ihr Dr. Andreas Neuwöhner, Vereinsdirektor 

 

20. September 2026|

Vortrag zur Archäologie – Das Leben in Ostwestfalen nach der römischen Invasion

Was blieb von der kurzen Zeit, in der römische Truppen bis nach Ostwestfalen vordrangen? Und wie lebten die Menschen zwischen Weser und Lippe in den Jahrhunderten danach? .Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines öffentlichen Vortrags am Dienstag, 16. Februar 2027, um 20 Uhr im LWL-Museum in der Kaiserpfalz.

Unter dem Titel „Das Leben in Ostwestfalen in den Jahrhunderten nach der römischen Invasion“ berichtet Dr. Sven Spiong, Leiter der LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Bielefeld, über aktuelle Forschungen und Grabungen in der Region. Der Vortrag zeigt, wie aus archäologischen Befunden ein Bild von Alltag, Siedlungswesen und möglichen Begegnungen zwischen Einheimischen und Römern entsteht.



Neue archäologische Untersuchungen in Delbrück-Bentfeld, Bielefeld und Rödinghausen eröffnen einen anschaulichen Blick auf das Leben der Menschen in den ersten fünf Jahrhunderten nach Christus. Pfostenlöcher, Gruben, Keramikscherben und Münzen wirken auf den ersten Blick unscheinbar. Für die Archäologie sind sie jedoch Spuren ehemaliger Häuser, Höfe und Siedlungen – und damit Zeugnisse eines Alltags, der sonst kaum überliefert ist. Besonders aufschlussreich sind die Arbeiten in Delbrück-Bentfeld. Dort untersuchten Fachleute 2024 und 2025 eine Siedlungs- und Bestattungslandschaft aus der Kaiser- und Völkerwanderungszeit. Der Fundplatz liegt nur rund anderthalb Kilometer vom Römerlager Anreppen entfernt. Die Funde bieten damit eine seltene Möglichkeit, das Umfeld des römischen Militärlagers zu erforschen und nach möglichen Kontakten zwischen einheimischen Bauern und römischen Soldaten zu fragen. Auch in Rödinghausen-Schwenningdorf haben Ausgrabungen eine rund 2.000 Jahre alte Siedlung sichtbar gemacht.

Die Untersuchungen geben nicht nur Auskunft über Bauweisen und Siedlungsstrukturen. Sie werfen auch die größere Frage auf, wie nachhaltig die römischen Feldzüge und das nahegelegene Römerlager Anreppen die Region geprägt haben. Gab es Handel, Austausch oder Begegnungen über den Limes hinweg? Welche römischen Gegenstände gelangten in die einheimischen Siedlungen – und welche Spuren haben diese Kontakte in Ostwestfalen hinterlassen? Dr. Sven Spiong nimmt die Besucherinnen und Besucher mit in eine Landschaft, die vor knapp 2.000 Jahren keineswegs am Rand der Geschichte lag.
Weitere Infos: https://www.lwl-archaeologie.de/de/blog/uberraschungen-am-laufenden-band-brandgrab-und-brunnen-aus-der-volkerwanderungszeit-in-delbruck-bentfeld/

Infos zur Veranstaltung:

📅 Dienstag, 16.02.2027, 20.00 Uhr
📍 LWL-Museum in der Kaiserpfalz, Am Ikenberg, 33098 Paderborn
Der Eintritt ist frei.

 

18. September 2026|

Zeitreise mit dem Altertumsverein – Ausflug am 13. März nach Rheine

Die Tagesexkursion führt uns im Frühjahr 2027 nach Rheine. Angelika Pries ist Gästeführerin der Stadt Rheine und in Kloster Bentlage, Mitglied der AV Abteilung Münster und im Verein Historische Altstadt Rheine e.V. als wissenschaftliche Begleitung tätig. Einigen Mitgliedern ist sie bereits als Mitreisende bei den Sommerstudienfahrten bekannt. Frau Pries wird die Gruppe aus Paderborn durch den Tag begleiten und spannende Einblicke in die Historie Rheines und Bentlages aber auch in bürgerschaftliches Engagement gewähren. Für die Rettung des Mauerhauses gab es bisher den „Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege“ sowie die „Silberne Halbkugel“ als Deutschen Preis für Denkmalschutz 2026. Zuvor wurde der betreuende Verein Historische Altstadt Rheine e. V. bereits mit dem 1. Platz beim Heimatpreis der Stadt Rheine ausgezeichnet.

Der Marktplatz von Rheine (Quelle: Wikivoyage/Tubantia)

2027 feiert Rheine mit einem gewissen Stolz das Jubiläum „700 Jahre Stadtrechte“. Der Fürstbischof von Münster wollte mit der Stadtgründung 1327 ein Gegengewicht zur villa Reni schaffen, einem ehemals karolingischen Besitz, der seit einer Schenkung im Jahre 838 im Eigentum des Benediktinerinnenstiftes von Herford war. Die kleine umfriedete Stadt des 14. Jahrhunderts hat heute 80.000 Einwohner. Sie entwickelte sich durch die inzwischen verschwundene Textilindustrie, durch die ehemalige Stationierung der Bundeswehr und bis heute durch viele mittelständische Betriebe wie dem Tiefkühlkonzern Apetito. Größter Arbeitgeber ist die Mathias-Stiftung mit dem Krankenhaus und ihren verwandten Sozialeinrichtungen.

Von der Geschichte der westfälischen Kleinstadt finden sich noch viele Spuren. Trotz eines Stadtbrandes von 1647, trotz einigen Zerstörungen im 2. Weltkrieg und einer teilweise zu wenig respektvollen Stadtsanierung in den 1970er Jahren bilden Marktplatz und die spätgotische Hallenkirche ein stimmiges Ensemble. Der Jugendstilgiebel von 1913, mit dem ein jüdischer Metzger sein Haus schmückte, setzt am Markt einen besonderen Akzent. Ein wiederhergestellter kleiner jüdischer Freidhof jenseits der Stadtmauer erinnert an diesen Teil der Stadtgeschichte.

Der Falkenhof im Norden der Altstadt, dessen Geschichte auf die villa Reni zurückzuführen ist, später Adelssitz und heute Museum steht mit seiner restaurierten Renaissance-Decke in Kontrast zu dem am südlichen Rand an der Münstermauer gelegenen Weberhaus MM27 von 1580. Es wurde vollständig entkernt, restauriert und 2024 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In diesem Mauerhaus versteckt sich eine Viehrampe von 1870 und das einzige zugängliche Stück der Stadtmauer von 1320, das bei einer Hauserkundung angefasst werden darf.

Etwa zwei Kilometer nördlich gründete an der Stelle einer Eigenkirche von 1022 der aus Belgien stammende Kreuzherrenorden 1437 ein Kloster, 1803 bis 1978 der Sitz einer adeligen Familie, heute städtisches Museum. Dieses beherbergt mit den sog. Schädelschreinen zwei große Reliquienaltäre von 1500, die als kunsthistorische Zeugnisse von europäischem Rang eingestuft werden und als besondere Exponate 1999/2000 Teil der großen Pariser Reliquien-Ausstellung „La mort n‘en saura rien“ waren. Die Klosteranlage, die allerdings ihre Kirche verloren hat, wurde nach dem Erwerb durch die Stadt vom renommierten Architekturbüro Ellermann/ Pfeiffer (Lüdinghausen) restauriert und diente für dieses als Referenzobjekt bei der erfolgreichen Bewerbung um den Auftrag für das Klostermuseum Dalheim.

Der Tag wird sich in eine Klosterführung am Vormittag, anschließendem Mittagessen, danach einer Führung in der Altstadt in Rheine und im sanierten Mauerhaus gliedern. Nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken fährt die Gruppe mit dem Bus zurück nach Paderborn.


Zum Programm

Führungen: Angelika Pries  Organisatorische Leitung: Marianne Moser; Heiner Duppelfeld

 Wir fahren mit dem Busunternehmen Wächter aus Grundsteinheim.

Abfahrt: 09:00 Uhr am Maspernplatz; Rückkehr: ca. 18:30 Uhr

Anmeldungen, schriftlich oder telefonisch, nur bei der Vereinsgeschäftsstelle, Pontanusstr. 55 (Stadt- und Kreisarchiv), 33102 Paderborn, Tel.: 05251/88-11598. Teilnahmegebühr (enthält, Busfahrt, Führungen und Eintritte): 33 Euro für Mitglieder, 37 Euro für Nichtmitglieder (gegen Abbuchung).

Die Kosten für das Mittagessen und Kaffeetrinken sind selbst zu tragen.

 

 

15. September 2026|

Die / Ihr / Wir – Migration und Integration in OWL nach 1945

Herzliche Einladung zur Ausstellungseröffnung im Paderborner Stadtmuseum – Vom 4. Oktober 2026 bis zum 21. Februar 2027 zeigt das Stadtmuseum Paderborn die Ausstellung „Die / Ihr / Wir – Migration und Integration in OWL nach 1945*.

„Nordrhein-Westfalen ist ein Land von Migranten“, stellt der Historiker Christoph Nonn fest. Wie verhält es sich in einem Raum wie Ostwestfalen-Lippe, der abseits der großen Metropolen liegt? Dieser Frage geht das Ausstellungsprojekt auf den Grund. Die Geschichte der Migration und Integration wird durch Geschichten und Erfahrungen der Personen erzählt, die sie erlebt haben. Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen spielen deshalb eine zentrale Rolle in der Ausstellung. Dazu werden zahlreiche Ausstellungsstücke gezeigt. Aber auch die Erfahrungen der Besuchenden kommen zu Wort, indem die Ausstellung zum Mitmachen und Teilen einlädt.

Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert. Sie besteht aus einer Kernausstellung zur Migrationsgeschichte in OWL, die an den vier Standorten Paderborn, Minden, Bielefeld und Wewelsburg gezeigt wird. Diese Kernausstellung wird durch jeweils eine lokale Ausstellung zur Migration erweitert, die in Paderborn von Studierenden der Medienwissenschaft entwickelt wurde. Die Gestaltung der Ausstellung hat die GfG / Gruppe für Gestaltung aus Bremen übernommen

Zur Ausstellung erscheint die Broschüre „Ich bin kein Gast mehr …“ Zuwandern und Zusammenleben in Paderborn nach 1945.

Ausstellungseröffnung
Zur Eröffnung am Sonntag, 4. Oktober 2026, um 11:00 Uhr im Historischen Rathaus Paderborn laden wir herzlich ein.

Um Anmeldung bis zum 27. September 2026 wird gebeten: anmeldungmuseen@paderborn.de

Begleitprogramm
Begleitend zur Ausstellung finden Workshops und Erzählcafés statt:

12. September 2026, 10:00–13:00 Uhr: Workshop „Briefe an das Wir“ mit Oksana Bergen, kostenfrei

8. Oktober, 11. November, 3. Dezember und 10. Dezember 2026 sowie 4. Februar 2027, jeweils 17:00 Uhr: Erzählcafé zur Ausstellung, kostenfrei

21. November 2026, 10:00–13:00 Uhr: Workshop „Räume des Ankommens“ mit Oksana Bergen, Teilnahmebeitrag 10 Euro

Weitere Infos finden Sie im Flyer Migrationsausstellung Paderborn

9. September 2026|

Schlossgeschichte und Residenzgeschichte in Schloß Neuhaus kennenlernen

Gehen Sie mit uns auf Zeitreise:  Das Residenzschloss der Fürstbischöfe von Paderborn steht im Mittelpunkt der öffentlichen Führung, die Kreisheimatpfleger Michael Pavlicic für den Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens anbietet.

Die Führung wird an den Sonntagen angeboten und gibt Einblick in die historischen Räume des Schlosses und das Leben am Hof der Fürstbischöfe. Termine: 11.Oktober 2026: Schlossführung, 25. Oktober 2026: Altstadtführung, 22. November 2026: Schlossführung, 13. Dezember 2026: Schlossführung, 27. Dezember 2026: Schlossführung.

Das Residenzschloss der Fürstbischöfe von Paderborn steht im Mittelpunkt der öffentlichen Führung, die der Kreisheimatpfleger Michael Pavlicic für den Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens anbietet. Die Führung gibt Einblick in die historischen Räume des Schlosses und das Leben am Hof der Fürstbischöfe. An einem Termin wird Alt Neuhaus besichtigt. Der historische Ortskern von Neuhaus rund um den Kirchplatz steht im Mittelpunkt dieser Führung. Mit den Fachwerkhäusern und ihren Bewohnern verbinden sich zahlreiche Geschichten, die den Alltag in der alten Residenzstadt wieder lebendig werden lassen.


Treffpunkt für die Führungen ist jeweils um 14.30 Uhr im Schlossinnenhof. Der Eintritt kostet 5 Euro pro Person und ist für Kinder, Jugendliche und Mitglieder des Altertumsvereins kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt: Residenzmuseum Schloß Neuhaus, Residenzstraße 2, 33104 Paderborn
Bildzeile: Das Schloss vom Schlossgarten aus gesehen; Bildquelle: Willebadessen-Tourismus
4. September 2026|

„Mehr Geschichte an einem Platz geht kaum“ – Prag und Nordböhmen entdecken und genießen.

Gemeinsam auf Entdeckungsreise: Fünf abwechslungsreiche Tage voller Geschichte, Kultur und Gemeinschaft liegen hinter uns. Gemeinsam mit dem Altertumsverein Paderborn und dem Förderkreis Historische Museen in Paderborn-Schloss Neuhaus waren wir unterwegs – mit Neugier, offenen Augen und vielen schönen Begegnungen im Gepäck.
Unsere Reise begann am Ringheiligtum Pömmelte. Zwischen Gräben und Palisaden tauchten wir tief in die Glaubenswelt der Frühbronzezeit ein. Anschließend erwarteten uns im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle die berühmte Himmelsscheibe von Nebra und die Sonderausstellung „Die Schamanin“ – faszinierende Zeugnisse aus einer Zeit, die uns trotz ihrer großen zeitlichen Entfernung erstaunlich nah erschien.

In Prag gab es viel zu entdecken: den Hradschin mit Veitsdom und Georgsbasilika, die Karlsbrücke, die astronomische Aposteluhr und das Jan-Hus-Denkmal. Bei Spaziergängen durch die Altstadt begegneten wir prachtvollen Jugendstilfassaden, traditionsreichen Cafés und einer lebendigen europäischen Kulturgeschichte.
Ein besonderer Schwerpunkt war das jüdische Viertel Josefov. Die Synagogen und der Alte Jüdische Friedhof erzählten von jüdischem Leben in Prag, von Tradition und kultureller Vielfalt, aber auch von Ausgrenzung und Verfolgung.

Der Besuch der Gedenkstätte Theresienstadt war besonders eindrucksvoll und bewegend. Er erinnerte uns an das Leid der Menschen, die dort eingesperrt und von dort aus in die Vernichtungslager deportiert wurden. Dieser Tag wird uns sicher lange begleiten.
Auf der Rückfahrt machten wir Station im Zittauer Gebirge. Mit dem „Oybiner Gebirgs-Express“ ging es hinauf zur Burg- und Klosterruine Oybin. Umgeben von einer beeindruckenden Landschaft zeigte sich hier noch einmal auf besondere Weise, wie eng Natur, Architektur und Geschichte miteinander verbunden sind.

Unser herzlicher Dank gilt Marianne Moser und Dr. Walter Mayer für die fachkundige Begleitung, die gute Organisation und die vielen interessanten Gespräche. Wir nehmen nicht nur neues Wissen, sondern auch gemeinsame Erinnerungen und viele besondere Momente mit nach Hause.

23. August 2026|

Mit Herz für Paderborns Geschichte: Kurator Prof. Dr. Norbert Börste verabschiedet

Der Altertumsverein verabschiedet sich von einem seiner prägenden Köpfe: Nach Jahrzehnten an der Schnittstelle von Forschung, Sammlung und Öffentlichkeit legt Prof. Dr. Norbert Börste sein Amt als ehrenamtlicher Kurator und Beiratsmitglied nieder. Zurück bleibt ein Sammlungsgefüge, das in weiten Teilen seine Handschrift trägt – und ein Verständnis von Regionalgeschichte, das stets über die Grenzen des Lokalen hinausreichte. Als Kunsthistoriker hat Norbert Börste die Objekte des Altertumsvereins nie nur als museale Bestände behandelt, sondern als Zeugen einer vielschichtigen Kulturgeschichte, in der Bistum, Stadt und Region unauflöslich miteinander verwoben sind. „Über viele Jahre hat Prof. Börste die kunsthistorische Sammlung des Altertumsvereins begleitet, wissenschaftlich erschlossen und mit großem persönlichen Einsatz für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit seinem Blick für Details und seiner tiefen Kenntnis der regionalen Kunst- und Kulturgeschichte hat er dazu beigetragen, bedeutende Zeugnisse der Vergangenheit zu bewahren und neu zu entdecken“, betont Dr. Andreas Neuwöhner. „Sein Wirken ging dabei weit über die reine Sammlungsarbeit hinaus: In Ausstellungen, Publikationen, Exkursionen und Vorträgen machte er stets deutlich, dass historische Objekte mehr sind als schöne Dinge – sie erzählen Geschichten von Menschen, Orten und Traditionen.“

Bildzeile: Eine Paderborner Landkiste als Dankeschön – Dr. Andreas Neuwöhner verabschiedet Prof. Norbert Börste bei der Beiratssitzung des Altertumsvereins im Paderborner Stadtmuseum.(v.l., Foto: Marianne Witt-Stuhr, Altertumsverein)

Verantwortung für das kulturelle Erbe

Mit dem Generationswechsel geht die Verantwortung für die kunsthistorische Sammlung des Paderborner Altertumsvereins nun zunächst kommissarisch auf den Vereinsdirektor Dr. Andreas Neuwöhner über, bis ein neuer Kustos gefunden wird. „Die kunsthistorische Sammlung des Altertumsvereins ist ohne die Arbeit von Prof. Dr. Norbert Börste kaum denkbar“, betont Dr. Andreas Neuwöhner. Mit Blick auf seine Aufgabe versteht der 55jährigeHistoriker den Übergang ausdrücklich als Kontinuitätslinie: „Es geht darum, die von Prof. Börste geschaffenen Strukturen zu sichern und die Sammlung inhaltlich weiterzuführen – etwa durch Ausstellungen, Kooperationen mit Museen und Angeboten für ein interessiertes Publikum.“ Durch die enge Anbindung an das Paderborner Stadtmuseum, das LWL-Museum in der Kaiserpfalz, das Residenzmuseum und das Kreismuseum Wewelsburg eröffne sich zugleich Möglichkeiten, die Bestände des Altertumsvereins in größere Erzählungen zur Stadt- und Regionalgeschichte einzubinden. Der Altertumsverein hält somit an seinem Selbstverständnis fest, mehr zu sein als ein Bewahrer von Depotschätzen: Unter dem Motto „sammeln, forschen und bewahren“ versteht sich der Verein als Ort, an dem die Region über sich selbst nachdenkt. So markiert der Abschied von Norbert Börste auch einen Moment der Bilanz: Es deutet darauf hin, dass im Altertumsverein nicht nur Erinnerung verwaltet, sondern immer wieder neu gefragt wird, was dieses kulturelle Gedächtnis einer Region im 21. Jahrhundert leisten soll – und für wen.

Herzlichen Dank

Der Altertumsverein Paderborn spricht Prof. Dr. Norbert Börste seinen herzlichen Dank für die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit und seinen unermüdlichen Einsatz für die Sammlungen aus. Seine fachliche Handschrift wird in vielen Bereichen sichtbar bleiben und auch zukünftige Projekte prägen.

Vortragshinweis: Das LWL-Museum in der Kaiserpfalz lädt  am 21. Januar um 19.00 Uhr herzlich zu einem Vortrag von Prof. Dr. Norbert Börste ein. Der Referent berichtet über Westfalen, das Land der Hallenkirchen. Der Paderborner Dom und seine überregionale Bedeutung für die Entwicklung der Hallenkirchen. Hier informieren

Weitere Infos zu den Sammlungen des Altertumsvereins: Die Sammlung – Überblick und Geschichte | Altertumsverein Paderborn

30. November 2025|

Heimatgeschichte im Wandel: Heiner Duppelfeld setzt Hohmanns Arbeit in Paderborn fort

Viele Jahre hat Klaus Hohmann das Kulturprogramm des Paderborner Altertumsvereins mit seinen interessanten Exkursionen bereichert, nun übergibt er an Heiner Duppelfeld. Hohmann, der mit großem Engagement für Westfalens Geschichte brennt, führte die Mitglieder zu Kirchen, Schlössern und Kulturgütern – und wurde für seine Verdienste bereits mit der Kulturnadel der Stadt Paderborn ausgezeichnet.

In einer feierlichen Runde bedankten sich Dr. Andreas Neuwöhner, Wilhelm Grabe und Jonas Eberhardt vom Vorstand des Altertumsvereins bei dem engagierten Vereinsmitglied für seine langjährige Arbeit: „Wir verdanken Klaus Hohmann unzählige Entdeckungen, spannende Führungen und eine lebendige Vermittlung der Geschichte unserer Region. Sein Wissen und seine Begeisterung bereichern unser Vereinsleben und das kulturelle Gedächtnis der Stadt“, betonte Dr. Neuwöhner.
Der 87jährige Paderborner hat sich über die Jahre in der Erforschung der Kulturgeschichte Paderborns einen Namen gemacht. „Mit einer Vielzahl von Publikationen, Vorträgen und Forschungsprojekten zur Stadtgeschichte hat er ein enormes Wissen über Paderborn zusammengetragen“, so Dr. Andreas Neuwöhner.
Mit Heiner Duppelfeld übernimmt nun ein engagierter Nachfolger für den Paderborner Altertumsverein die Begleitung der Ausflüge und Exkursionen. Er unterstützt somit die Archäologin Marianne Moser, die für den Verein neben ihrer Arbeit als Kustodin der umfangreichen archäologischen Sammlung auch vor Jahren die Leitung der Exkursionen übernommen hat. Der Marsberger Duppelfeld freut sich, die Ideen und Anregungen seines Vorgängers aufzugreifen und das Programm mit neuen Projekten zu bereichern. Die nächste Exkursion wird den Altertumsverein nach Obermarsberg und Padberg führen. Dort werden die historische Stiftskirche, die frühgotische Nicolaikirche und die ehemalige Landsynagoge besucht.
Bildzeile: Dr. Andreas Neuwöhner, Wilhelm Grabe und Jonas Eberhardt (v. r.) vom Vorstand des Altertumsvereins sagen danke für die engagierte Zusammenarbeit. Darüber freut sich Klaus Hohmann (2. v. r.).
4. Oktober 2025|

Sommerfest des Altertumsvereins: Fest der Geschichte, Kultur und Gemeinschaft

Strahlender Sonnenschein, festliche Stimmung und ein rundes Jubiläum: Das Sommerfest des Altertumsvereins Paderborn war ein voller Erfolg. Im malerischen Ambiente des Klosters Dalheim feierten Mitglieder und Gäste nicht nur das über 200-jährige Bestehen des Vereins, sondern auch die lebendige Verbindung von westfälischer Geschichte, Kultur und Kulinarik. Die Organisatoren, Marianne Witt-Stuhr und Heiner Duppelfeld, zeigten sich hochzufrieden: „Es war ein Tag voller Freude, Austausch und Inspiration – ganz im Sinne unseres Vereins. Das Sommerfest war geprägt von herzlichen Begegnungen, anregenden Gesprächen und dem gemeinsamen Interesse an Geschichte und Kultur.“
Nach der Einführung von Dr. Ingo Grabowsky, Leiter des LWL-Klostermuseums, begrüßte Dr. Andreas Neuwöhner, Direktor des Altertumsvereins, die zahlreich erschienenen Gäste. In seiner Ansprache stellte er die Festschrift „200 Jahre Altertumsverein Paderborn“ vor und würdigte die lange Tradition sowie das Engagement der Vereinsmitglieder für die Erforschung und Vermittlung der westfälischen Landesgeschichte. Ein besonderes Highlight war dann der Vortrag von Dr. Rainer Decker: Unter dem Titel „Der Teufel im Kloster? Hexen, Mönche und ein Bischof“ entführte er die Zuhörer in die Zeit der Hexenprozesse um 1600 im Raum Dalheim/Atteln und präsentierte dabei seine neuen Forschungserkenntnisse.
Kulinarische Genüsse und Entdeckungsreisen durch das Kloster
Mittags verwandelte sich das Klosterwirtshaus in einen Treffpunkt für Genießer. Die Gäste erwartete ein Mittagsbuffet mit westfälischen Spezialitäten, Desserts und erfrischenden Getränken. Für die passende musikalische Untermalung sorgte die „Sleepy-Town-Jazzband“ aus Holzminden, die mit schwungvollen Rhythmen für beste Stimmung sorgte. Am Nachmittag standen geführte Rundgänge durch die Dalheimer Klausur, die Dauerausstellung und die Klostergärten auf dem Programm. Die Teilnehmer erhielten Einblicke in die Klostergeschichte. Die Führungen boten Gelegenheit, das Kloster aus neuen Perspektiven zu erleben und die Geschichte vor Ort lebendig werden zu lassen.
14. Juli 2025|
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