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Tagung: 1200 Jahre Kosmos Corvey

Vom 18. bis 20. Mai 2022 findet in Höxter und Corvey die Tagung „1200 Jahre Kosmos Corvey. Monastische Kultur, frühe Stadt und europäische Verflechtung“ statt. Die Historische Kommission für Westfalen und der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens laden Sie herzlich zu dieser Veranstaltung ein. Anlass der Tagung ist der vor 1200 Jahren getroffene Beschluss der Mönche von „Nova Corbeia“ im Jahr 822, ihren Konvent an den heutigen Standort vor den Toren der späteren Stadt Höxter zu verlegen. Die Tagung ist damit zugleich der Auftakt zum Jubiläumsjahr vor Ort.

Corvey - Westwerk und Westfassade

Corvey – Westwerk und Westfassade (Bildquelle: Wikipedia)

Nicht erst seit der Verleihung des Weltkulturerbe-Status 2014 steht Corvey im Mittelpunkt des Interesses. Seit über hundert Jahren stehen das Kloster und die Stadt im Fokus der Archäologie, der Bauforschung, der Denkmalpflege und der Geschichtswissenschaft. Und noch immer gibt es viel Neues zu berichten, wie die vielfältigen Vorträge der Tagung zeigen sollen. Die LWL-Archäologie hat erste Ergebnisse einer neuen Prospektion der Stadt Corvey zu bieten. Die Bauforschung untersucht nicht nur weiter das Westwerk, sie geht auch den Raum- und Sichtbeziehungen im unmittelbaren Umfeld von Corvey nach. Corvey hat nicht nur die umgebende Klosterlandschaft entscheidend geprägt und wurde umgekehrt von der Umgebung geprägt. Über die christliche Mission und die Verbreitung seiner Patrozinien und Handschriften ist das Kloster in europäische Kontexte eingebunden. Wenig erforscht ist bisher auch die Wirtschaftsgeschichte des Klosters. Sie wird ebenso Thema sein wie die Auseinandersetzung zwischen dem Bistum Paderborn und dem auf seine exemte Stellung pochenden Kloster.

Die Tagung sollte bereits im April 2020 stattfinden, aus bekannten Gründen musste sie kurzfristig abgesagt werden. Erfreulicherweise ist es gelungen, alle Referentinnen und Referenten für den neuen Termin zu verpflichten, so dass die Tagung wie geplant – lediglich in etwas geänderter Reihenfolge – stattfinden kann. Hier finden Sie das Tagungsprogramm.

Um eine Anmeldung per Mail oder Post wird bis zum 9. Mai 2022 gebeten. Für Rückfragen steht Ihnen die Geschäftsstelle der Historischen Kommission gern zur Verfügung.

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14. April 2022|

50 Jahre Universität Paderborn – Ringvorlesung

Plakat Ringvorlesung

Programm der Ringvorlesung

Im August 1972 eröffnete die sozialliberale Landesregierung in NRW – allen voran der damalige SPD-Wissenschaftsminister Johannes Rau – in einem einwöchigen Festakt-Marathon die fünf neu geschaffenen Gesamthochschulen in Duisburg, Essen, Siegen, Paderborn und Wuppertal. Die hochschulreformerischen Projekte sollten praxisorientierte, integrierte Studiengänge bieten und gesellschaftliche Chancengleichheit über einen verbesserten Zugang zur Ressource Bildung herstellen. Zudem galten sie als zukunftsweisender Standortfaktor für bis dahin strukturell benachteiligte Gebiete in der Provinz.

Die Universität Paderborn bietet zum Jubiläum im Sommersemester 2022 eine Ringvorlesung an: Die Vorlesung widmet sich in unterschiedlichen Perspektiven der institutionellen Geschichte der Universität Paderborn sowie ihrer Verankerung in Stadt und Region. Zugleich möchte sie eine Bestandsaufnahme der jüngsten hochschulpolitischen Entwicklungen in der Bundesrepublik leisten.

Jeden Mittwoch von 18:00 bis 19:30 | Die Ringvorlesung im Hörsaal O1 (Pohlweg) richtet sich ausdrücklich an alle interessierten Personen.

Veranstaltungs-Plakat

11. März 2022|

Teufelskinder in Fürstenberg – Altertumsverein zeichnet Forschungsarbeit über Hexenverfolgung aus

Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis geht an Dr. Sarah Masiak

Gab es in der Frühen Neuzeit Hexen? Diese ebenso schlichte wie provokante Frage, welche von aufgeklärten Zeitgenossen heute mitleidig verneint wird, hat sich die Historikerin Dr. Sarah Masiak bei ihrem Dissertationsvorhaben gestellt. Die Wissenschaftlerin untersuchte die besondere Wirkung eines gesellschaftlichen Stigmas am Beispiel der fürstenbergischen Hexenverfolgungen im Hochstift Paderborn (1601-1702). In ihrer Feldstudie beleuchtete sie das Phänomen sogenannter „Teufelskinder“ erstmals multiperspektivisch. Dabei geht es um Angehörige einer lokalen „Hexensippe“, deren Existenz sich im 1300-Seelenort Fürstenberg über fünf Generationen nachweisen lässt. Ihre vermeintliche Abstammung von „Hexenart“ führte nicht nur zur gesellschaftlichen Ausgrenzung und massiver Verfolgung, sondern schuf auch einen ganz eigenen sozialpsychologischen Teufelskreis: Förmlich gezwungen, sich stets mit dem attribuierten Hexenimage auseinanderzusetzen, nahmen einige Teufelskinder ihr Label als „Hexe“ an. Das Ergebnis von Zuschreibung und Verinnerlichung war fatal: Nicht weniger als neun Familien standen teilweise über fünf Generationen immer wieder vor Gericht, angeklagt, mit dem „Hexenblut“ infiziert zu sein.

Für ihre herausragende Forschungsarbeit unter dem Titel „Deüffelskinder“ erhielt Dr. Sarah Masiak nun auf dem Schloss in Fürstenberg den Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis des Paderborner Altertumsvereins. „Das wissenschaftliche Verdienst von Frau Masiaks akribischer Quellenarbeit liegt primär darin, diesen Weg des „Hexenmachens“ durch mehrfachen Perspektivwechsel erstmals kritisch, kenntnisreich und scharfsinnig nachzeichnen zu können. Dabei konfiguriert die Verfasserin ihr Methodenset stets neu: Neben dem Instrumentarium der Historischen Kriminologie greift die Arbeit interdisziplinäre Ansätze aus der Neuen Devianzforschung oder der Sozialpsychologie auf. Erst durch diesen innovativen Methodenmix gelingt es, vereinfachende Täter-Opfer-Stereotype aufzubrechen. Die Arbeit von Frau Masiak bietet eine ebenso kenntnis- wie faktenreiche Mikrogeschichte, deren Erkenntnisse und Methoden weit über die Region hinausreichen dürften“, betonte der Laudator der Preisträgerin Prof. Michael Ströhmer. Die Forschungsarbeit von Dr. Masiak ist unter dem Titel Teufelskinder. Hexenverfolgung und gesellschaftliche Stigmatisierung im Hochstift Paderborn (1601-1703) im Buchhandel erhältlich.

Über den Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis

Der Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis wird vom Paderborner Altertumsverein seit 1991 für Arbeiten junger Historiker zur Geschichte Ost- und Südwestfalens ausgelobt. Der Preis ist mit einem Preisgeld von 2.500 Euro dotiert.

Bildzeile: Freude über eine herausragende Forschungsarbeit: Antonie Gräfin von Westphalen, Prof. Michael Ströhmer, Dr. Sarah Masiak, Matthias Graf von Westphalen und Dr. Andreas Neuwöhner auf Schloss Fürstenberg. (v. l.)

30. August 2021|

Leben am Hof zu Neuhaus – Biografische Skizzen zur Hofkultur einer fürstbischöflichen Residenz

In der Reihe Studien und Quellen zur Westfälischen Geschichte ist unter dem Titel „Leben am Hof zu Neuhaus“ ein neuer Band erschienen: Die Kulturgeschichte des fürstbischöflichen Hofes in Neuhaus ist ein bislang wenig beachtetes Thema. Zu Unrecht. Vor allem die internationalen Beziehungen des Hofes auch jenseits der konfessionellen Grenzen verdeutlichen, dass Neuhaus in der Frühen Neuzeit ein Zentrum für Künstler und Gelehrte war. Der biographische Zugriff stellt die Akteure des fürstbischöflichen Hofes in den Mittelpunkt. Ihre personalen Netzwerke verbanden die höfische Kultur in Neuhaus mit den Höfen des Alten Reichs und vor allem mit Italien. Im Zentrum des Bandes stehen die Künstler, Gelehrten und Mitglieder des Hofstaates, die mit ihrer Tätigkeit die Kultur des Hofes prägten. Ihr Bezug zu Neuhaus und ihr Beitrag zur Gestaltung des Neuhäuser Hoflebens werden herausgearbeitet und so ein Einblick in den Alltag der fürstbischöflichen Residenz ermöglicht. Damit ist der Band auch für ein breites Publikum von Interesse. Das Buch ist reich bebildert und über ein Ortsregister erschlossen. Über die Herausgeber: Andreas Neuwöhner ist promovierter Historiker und Direktor des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn. Zudem ist er Verwaltungsrat im Museumsdienst der Stadt Paderborn. Lars Wolfram ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Paderborn.

Schloß Neuhaus (Winterbild) | Tourist Information Paderborn

Schloß Neuhaus, ehemals Sitz der Fürstbischöfe, gehört zu den frühen Bauten der Weserrenaissance.

Die ehemalige Fürstbischöfliche Residenz Schloß Neuhaus gehörte zu den bedeutendsten Wasserschlössern Westfalens. In seinen Ursprüngen geht das Schloss auf das 14. Jahrhundert zurück. Zur heutigen Vierflügelanlage mit runden Ecktürmen und Gräfte baute man es jedoch erst im 16. Jahrhundert aus. Schloß Neuhaus zählt somit zu den Frühwerken und somit zu den wichtigsten Beispielen der Weserrenaissance. Bis 1802 war Schloß Neuhaus Residenz der Paderborner Fürstbischöfe. Im historischen Remter und den Repräsentationsräumen des Schlosses befindet sich heute das Residenzmuseum. Der barocke Marstall aus dem 18. Jahrhundert erhielt mit der Einrichtung der Museen für Naturkunde und Kunst eine neue Funktion. Das Schloss bildet mit seinen Nebengebäuden und Barockgarten den Mittelpunkt des Schloß- und Auenparks (Gelände der Landesgartenschau 1994), in dem von Mai bis Oktober der Schloßsommer mit einer Vielzahl kultureller Veranstaltungen stattfindet.

 

10. Februar 2021|

Meyerpreis 2019 für Forschungsarbeit über Friedrich Spee

Folter und Geständnis – Dr. Frank Sobiech erhält Auszeichnung für seine Habilitation.

Sein Denkmal steht auf dem Kamp in Paderborn vor seiner ehemaligen Wirkungsstätte: Seit vielen Jahrzehnten beschäftigen sich Historiker und Theologen mit dem Leben und Wirken des Jesuiten Friedrich Spee von Langenfeld. Er gilt bis heute als Kritiker der frühneuzeitlichen Hexenverfolgungen. In seiner „Cautio Criminalis“ (1631) argumentierte Spee gegen die Folter, für eine generelle Unschuldsvermutung, Verteidigungsmöglichkeiten vor Gericht und unparteiische Richter. Damit formulierte er bis heute gültige Forderungen nach einer unabhängigen, menschenrechtlichen Prinzipien folgenden Justiz. Der Kirchenhistoriker Dr. Frank Sobiech, seit Oktober 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kirchengeschichte und Patrologie an der Theologischen Fakultät Paderborn, forscht seit Jahren in regionalen und überregionalen Archiven zu Friedrich Spee. Nun wurde er vom Altertumsverein Paderborn mit dem Meyerpreis für seine herausragende Habilitation ausgezeichnet. „Die herausragende Untersuchung über Friedrich Spee und die Gefängnisseelsorge der Jesuiten während der Hexenverfolgungen in Deutschland hat das Preisgericht überzeugt“, betonte Vereinsdirektor Dr. Andreas Neuwöhner bei der Preisverleihung, die im Erzbischöflichen Generalvikariat in Paderborn stattfand.

Auf der Grundlage neuer Quellen hat der neue Preisträger des Altertumsvereins nicht nur eine umfassende Biographie Friedrich Spees verfasst, sondern auch eine Werkgeschichte seiner Kampfschrift gegen die Hexenprozesse: „Frank Sobiechs Arbeit eröffnet für die historische Forschung völlig neue Perspektiven, da sie biografische Stationen von Spee konsequent und systematisch in die Geschichte des Jesuitenordens einbettet und seine Werke als Verarbeitung von Erfahrung deutet.“ Spee wird überzeugend als moderner „Empiriker“ dargestellt, der zeitgenössische theologische Positionen hinterfragte und durch kühle Beobachtung neue Erkenntnisse gewann. Dies gilt im Besonderen für die sein bedeutendstes Werk, die Cautio Criminalis, die ohne Berücksichtigung der beeindruckenden Erfahrungen in  der Gefängnisseelsorge nicht zu verstehen ist.

Der Preisträger stellte im Rahmen der Verleihung selbst einige Aspekte aus seiner Forschungsarbeit vor. Die Habilitationsschrift von Frank Sobiech ist in Rom in englischer Sprache erschienen. Sie trägt den Titel „Folter und Geständnis: Friedrich Spee SJ (1591-1635) in der Gesellschaft Jesu“. Die Monografie ist empfehlenswert für jeden, der sich mit Friedrich Spee, mit Gegenreformation, Konfessionalisierung, der Geschichte des Jesuitenordens und der Hexenverfolgung beschäftigen möchte.

Bildzeilen: Freude über eine herausragende Forschungsarbeit: (von links) Prälat Thomas Dornseifer, Preisträger Dr. Frank Sobiech, Dr. Andreas Neuwöhner und Dietrich Honervogt (stv. Bürgermeister) bei der Preisverleihung in den Räumen des mittelalterlichen Domklosters.

Über den Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis

Der Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis wird vom Paderborner Altertumsverein seit 1991 für Arbeiten junger Historiker zur Geschichte Ost- und Südwestfalens ausgelobt. Der Preis ist  mit einem Preisgeld von 2.500 Euro dotiert.

12. Dezember 2019|

Jäger und Beute – Jagdgemälde der Fürstenberg Stiftung Eggeringhausen

Barocke Tierdarstellungen von hoher Qualität sind ab dem 29. November im Residenzmuseum Schloß Neuhaus zu sehen. Sie stammen aus der Sammlung Fürstenberg und geben einen Einblick in die Ausstattung des Schlosses zur Zeit der Fürstbischöfe. Die Gemälde, frisch restauriert, werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Eine finanzielle Förderung des Landes NRW hat dies ermöglicht. Die Jagd war für die Residenz Neuhaus von zentraler Rolle. Die Jäger des Bischofs sorgten dafür, dass immer ausreichend Wildbrett für die fürstliche Tafel zur Verfügung stand. Darüber hinaus waren die Parforcejagden in der Senne ein gesellschaftliches Ereignis, das mit hohem Aufwand und zahlreichen Gästen begangen wurde.

Zur Ausstellungseröffnung laden wir Sie herzlich ein! Um 19.30 Uhr wird Dr. Silke Köhn die Gemälde kunsthistorisch einordnen. Das Embrassy Blechbläserensemble wird die Eröffnung musikalisch umrahmen. Ein Begleitband stellt die Gemälde und die benachbarten Jagdschlösser in der Senne vor. Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei.

25. November 2019|

Nach dem Krieg – Sortir de la guerre

Ausstellungseröffnung | Freitag, 15.11.2019, 17 Uhr im Historischen Rathaus Paderborn / Le Mans & Paderborn | 1919-1930

Die Ausstellung wirft anhand von Bildern, Dokumenten und erläuternden Texten einen vergleichenden Blick auf Le Mans und Paderborn in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Für beide Städte ist dies eine Zeit großer Umbrüche. Der „Große Krieg“ hinterließ dauerhafte Spuren in beiden Städten. In Le Mans, das hinter der Front von Zerstörungen ver-schont blieb, zeichnete sich rasch ein Neubeginn ab, gestärkt durch das Gefühl des militärischen Sieges. In Paderborn blieb die wirtschaftliche und soziale Situation zunächst instabil. Deutschland war im November 1918 eine Republik geworden und das politische Leben musste sich neu ordnen. Wie entwickelten sich die beiden Städte in einer Zeit, die von Trauer, Hoffnung und großer Unsicherheit geprägt war? Wie lebten die Bevölkerungen von Le Mans und Paderborn zwischen Rachegefühlen und dem Wunsch nach Frieden und Annäherung?

Eine zweisprachige deutsch-französische Ausstellung der Universität Paderborn, der Le Mans Université, des Stadtmuseums Paderborn, des Stadt- und Kreisarchivs Paderborn und der Archives municipales du Mans.

Zur Ausstellungseröffnung wird herzlich eingeladen.

Die Ausstellung wird anschließend in der „Galerie Bilderbogen“ auf dem Bürgermeisterflur, Am Abdinghof 11, zu den regulären Öffnungszeiten der Stadtverwaltung zu sehen sein. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband als Band 13 der Reihe „Paderborn in historischen Fotografien“, der in der Tourist Information und im örtlichen Buchhandel zu bekommen ist.

Bildzeile: Massenveranstaltung auf dem Paderborner Rathausplatz 1918/19. Foto: Stadt- und Kreisarchiv Paderborn.

10. September 2019|

Vorstands und Beirat gewählt

Vorstand und Beiratsmitglieder des Altertumsvereins
freuen sich über eine gelungene Mitgliederversammlung in Minden.

Am 25. Mai 2019 tagten die Mitglieder des Altertumsvereins in Minden – der preußischen Garnisonsstadt. In diesem Jahr standen Wahlen zum Vorstand, Beirat und den weiteren Vereinsgremien auf dem Programm. Auf der Versammlung bedankte sich Direktor Dr. Andreas Neuwöhner bei den ausscheidenden Vorstands- und Beiratsmitgliedern, die sich über viele Jahre sich für den Verein engagiert haben.

Auch Vorstandsmitglied Dr. Rainer Decker hat aus Altersgründen die Redaktion der Westfälischen Zeitschrift abgegeben. Es ist seiner fachkundigen Arbeit zu verdanken, dass die WZ für die Forschung zur westfälischen Landesgeschichte heute unverzichtbar ist. Herzlichen Dank!

Vorstandsmitglieder

  • Vereinsdirektor: Dr. Andreas Neuwöhner
  • Stellv. Vereinsdirektor: Prof. Peter E. Fäßler
  • Geschäftsführer: Jonas Eberhardt
  • Schatzmeister: Franz-Josef Krüger
  • Schriftführerin: Marianne Witt-Stuhr
  • Redaktion WZ: Wilhelm Grabe
  • Studienfahrten: Marianne Moser

Beiratsmitglieder

  • Prof. Dr. Rüdiger Althaus (Domkapitel Paderborn, Theologische Fakultät),
  • Philipp Freiherr von Fürstenberg (Bank für Kirche und Caritas),
  • Prof. Dr. Michael Ströhmer (Uni Paderborn),
  • Michael Gosmann (Stadtarchiv Arnsberg),
  • Nicole Michaelis (Direktorin Theodorianum),
  • Kirsten John-Stucke, M.A. (Kreismuseum Wewelsburg),
  • Dr. Martin Kroker (Museum in der Kaiserpfalz),
  • Michael Koch (Stadtarchiv Höxter),
  • Roland Linde (Detmold),
  • Michael Pavlicic (Stadtarchiv Lippspringe),
  • Prof. Dr. Eva Maria Seng (Uni Paderborn),
  • Dr. Sven Spiong (LWL-Archäologie),
  • Wolfang Stüken (Paderborn),
  • Andreas Weiß, M.A. (Kreismuseum Wewelsburg),
  • Hans Jürgen Rade (Domvikar)

 

14. Mai 2019|

Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis für André Biederbeck

Gratulation: Prof. Dr. Werner Freitag (WWU); Dr. André Biederbeck (TU Dortmund); Dr. Andreas Neuwöhner (Altertumsverein Paderborn) und Dr. Stefan Mühlhofer (Stadtarchiv Dortmund) bei der Preisverleihung im Hoesch-Museum (von links).

Im Wilhelminischen Kaiserreich bildete sich mit der sozialistischen Arbeiterschaft ein Milieu heraus, dessen Existenz einer permanenten Selbstdeutung bedurfte. Großes Gewicht kam dabei den Vereinsorten zu, an denen bei Versammlungen und Festen gesellschaftliche Konflikte wachgehalten und Zukunftsvisionen beschworen wurden. Vereinslokale waren Orte, an denen sich die auf verschiedene Arbeits- und Wohnstätten verteilten Arbeiter(-familien) einer Stadt bzw. Region begegnen und einander bewusst werden konnten. Am Beispiel Dortmunds und seines Umlandes spürt der Historiker Andrè Biederbeck die Knotenpunkte des Vereinslebens auf – u.a. Vereinsgaststätten, Gewerkschaftshaus, Verlagsgebäude – und untersucht deren Relevanz für die Herausbildung einer sozialistischen Identität.

Für seine hervorragende wissenschaftliche Arbeit erhielt er nun vom Altertumsverein Paderborn den Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis. Nach einer Führung durch das Hoesch-Museum wurden die Besucher von Vereinsdirektor Dr. Andreas Neuwöhner (Altertumsverein Paderborn) begrüßt. Prof. Dr. Werner Freitag (Westfälische Landesgeschichte der WWU / IStG), der die Arbeit wissenschaftlich betreut hat, hielt die Laudatio. Der Preisträger stellte anschließend selbst einige Aspekte aus seiner Forschungsarbeit vor. Die Veranstaltung wurde musikalisch auf dem Akkordeon von René Madrid begleitet. Die Dissertation von André Biederbeck ist als Band A99 in der Reihe Städteforschung erschienen, sie kann bei böhlau bestellt werden.

7. Dezember 2018|

80 Jahre Pogromnacht – Gedenkwoche wird geplant

Am 9. November 1938 brannten in Stadt und Kreis Paderborn die Synagogen nieder. Das städtische Kulturamt, die Universität, die Jüdische Kultusgemeinde und die Christlich-Jüdische Gesellschaft nehmen den 80. Jahrestag zum Anlass, um mit zahlreichen Akteuren aus Kultur und Wissenschaft eine Gedenkwoche zu gestalten. Vertreter der Museen, der Universität, der Kirchen und Vereine sowie interessierte Studenten trafen sich vor kurzem in der Universität Paderborn und bereiteten die Gedenkwoche vor.
Eine gemeinsame Internetseite ist die zentrale Plattform für Informationen zur Gedenkwoche. Sie ist unter der Adresse www.80jahrepogrom.jgpb.de zu finden. Dr. Sebastian Bischof vom Lehrstuhl für Zeitgeschichte des Historischen Instituts der Uni Paderborn machte deutlich, dass neben dem Gedenken auch eine aktive Auseinandersetzung mit Antisemitismus gefordert ist. Hierzu wird es ebenfalls Veranstaltungen geben. Das Stadtmuseum, das die zerstörte Paderborner Synagoge in einer medialen Rekonstruktion zeigt, wird das Forschungsprojekt „Synagoge in Deutschland“ der TU Darmstadt vorstellen. Ausstellungen zur jüdischen Kultur und Kunst wird es im Stadtmuseum Brakel und im Kreismuseum Wewelsburg geben. Ziel ist es, in den Kreisen Paderborn und Höxter eine breite Beteiligung an der Gedenkwoche zu erreichen.

Bildquelle: Ansichtskarte mit der Paderborner Synagoge (Stadt- und Kreisarchiv Paderborn)

4. Oktober 2018|
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