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Die Steine des Paderborner Doms – Tagesfahrt mit Ulrich Kaplan und Marianne Moser

Samstag, 24. März 2018

Leitung: Ulrich Kaplan, Marianne Moser M.A.

Der Bausteineforscher Ulrich Kaplan setzt seine spannende Fahrt zu den Abbaustellen für Gesteine, die im Paderborner Dom Verwendung fanden, im Frühjahr 2018 fort.

Stationen der Exkursion sind:

– Etteln, Papenberg, vermutlich mittelalterliche Abbauspuren von Kalkstein

– Neuenheerse Bahnhof, Steinbruch, Lieferant für Wiederaufbau des Doms

– Neuenheerse, Zangenberg, historische Abbauspuren bis Mitte 19. Jh.

– Neuenheerse, Stiftskirche

– Neuenheerse, Sportplatz, Gipsabbau (für Stuck)

– Neuenheerse, Steinbruch Theodor Schmitz, „Eggebruch“, Hauptlieferant für Wiederaufbau des Doms, u.a. Amts- und Landgericht Paderborn

– Willebadessen, Alte Eisenbahn, um 1846 eingestellte Eisenbahnbaustelle, Ostende 1948 Steinbruch für Wiederaufbau Dom

– Willebadessen, Stiftskirche, Schloss

– Willebadessen-Borlinghausen, Teutonia, Abbaustelle für Bodefliesen des Meinwerkdoms.

Für diese Ganztagesfahrt mit Mittagspause wird ein Bus eingesetzt. Die Essenskosten sind selbst zu tragen, festes Schuhwerk ist unbedingt notwendig, teilweise Laufstrecken von 25 Minuten.

Fahertzeiten:

9.00 Uhr Abfahrt Liboriberg,

9.05 Uhr Abfahrt Busbahnhof am Hauptbahnhof,

17.30 Uhr Rückkehr in Paderborn.

 Teilnahmegebühr für Fahrt und Führung: 26 € (Nicht-Mitglieder: 30 €), zzgl. Mittagessen.

Anmeldungen bis Donnerstag, 15. März 2018, schriftlich beim Verein Pontanusstr. 55 (Stadt- und Kreisarchiv), 33095 Paderborn, gegen Abbuchung (nur Vereinsmitglieder) oder Überweisung Volksbank Paderborn-Höxter, IBAN: IBAN: DE 75 4726 0187 3120 7300, BIC: DGPBDE3MXXX.

Bildinfo: https://www.klosterlandschaft-westfalen.de

11. März 2018|

Meyer-Preis für Dr. Martin Dröge

Bildzeile: Der Altertumsverein Paderborn hat den Meyer-Preis an Dr. Martin Dröge (zweiter von rechts) verliehen. Ihm gratulierten (von links) Laudator Prof. Dr. Dietmar Klenke, der Direktor des Altertumsvereins,Dr. Andreas Neuwöhner, und Bürgermeister Michael Dreier.

Herausragende biographische Arbeit über NS-Täter Karl Friedrich Kolbow

Paderborn. Wie wird man zu einem Schreibtischtäter im Nationalsozialismus? Und welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang das Selbstverständnis von Männlichkeit, Kameradschaft und „Volksgemeinschaft“ in der NS-Zeit? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Dissertation des Historikers Dr. Martin Dröge, mit dem Titel „Männlichkeit und ,Volksgemeinschaft‘. Der westfälische Landeshauptmann Karl Friedrich Kolbow (1899-1945); Biographie eines NS-Täters.

Für seine hervorragende wissenschaftliche Arbeit erhielt er nun vom Altertumsverein Paderborn den Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis. Seine Arbeit hat Martin Droge inzwischen auch als Biographie herausgegeben, die beim Verlag Ferdinand Schöningh erschienen ist.

Über die Biographie: Karl Friedrich Kolbow – Mitglied der NSDAP seit 1921 – war von 1933 bis 1944 Landeshauptmann der Provinz Westfalen. Der überzeugte Nationalsozialist verfolgte das Ziel, die ‚Volksgemeinschaft‘ durch die „Erneuerung des Volkstums“ zu stärken, um im ideologisch überhöhten „Kampf ums Dasein“ bestehen zu können. Zugleich verkörperte er den Typ des idealistischen ‚Alten Kämpfers‘, der einige parteiinterne Entwicklungen des Nationalsozialismus kritisch bewertete. Kolbow blieb dabei stets Anhänger der nationalsozialistischen Weltanschauung, die vor allem den rassischen Wert der Menschen in den Mittelpunkt rückte. Bereitwillig übernahm er daher auch die Verantwortung für die Durchführung des NS-‚Euthanasie‘-Programms in Westfalen. Er wurde damit zu einem der zahlreichen Schreibtischtäter des ‚Dritten Reichs‘.
Die biographische Studie von Martin Dröge nutzt den Ansatz der Männlichkeitengeschichte sowie neuere Forschungen zur nationalsozialistischen ‚Volksgemeinschaft‘, um das Handeln und Verhalten dieses NS-Täters auf eine breitere Erklärungsgrundlage zu stellen. Sie führt beide Perspektiven über das Gemeinschaftsideal der Kameradschaft zusammen, das im ‚Dritten Reich‘ zum gesellschaftlichen Leitbild wurde.

 

19. November 2017|

Nachruf auf Professor Heinrch Rüthing

„Dat is nu allet gedain.“ (Bruder Göbel aus Böddeken)

Mit großer Betroffenheit haben wir erfahren, dass Prof. Dr. Heinrich Rüthing am 26. Juli 2017 mit 79 Jahren verstorben ist.

„Wer sich mit der Erforschung der westfälischen Geschichte beschäftigt, der muss Mitglied im Altertumsverein sein.“ Mit diesem Satz ermunterte Professor Heinrich Rüthing seine Bielefelder Studenten zu einer Mitgliedschaft im Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens. Als Vorstandsmitglied engagierte er sich selbst viele Jahre für unseren Altertumsverein. Seine interdisziplinären Dokumentationsarbeiten und sein ehrenamtliches Engagement waren beispielhaft für Westfalen. Mit seiner lebendigen Sprache verstand es der Historiker und Autor ein breites Publikum zu fesseln.

Prof. Dr. Heinrich Rüthing

Prof. Dr. Heinrich Rüthing (1937-2017)

„Lehre und Forschung spielte sich bei Heinrich Rüthing nicht im engen Turm der Hochschule ab. Allzeit hat er die Verbindung zwischen Universität und Region gesucht“, schrieb Johannes Altenberend im Jahr 2002 zur Emeritierung seines Kollegen in der Festschrift Kloster-Stadt-Region. Als der aktive Wissenschaftler 2012 mit dem LWL-Landespreis ausgezeichnet wurde, schrieb die Jury: „In den beiden regionalen Geschichtsvereinen, dem Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Paderborn, und dem Historischen Verein für die Grafschaft Ravensberg hat er mit Vorträgen und regionalgeschichtlichen Exkursionen im östlichen Westfalen eine ganze Geschichtslandschaft für geschichtsinteressierte Laien erschlossen.“ Als Mitglied der historischen Kommission für Westfalen arbeitete Heinrich Rüthing intensiv an Chroniken und Tagungsbeiträgen. Darüber hinaus engagierte er sich auch in der Auswahljury für den Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Als Mediävist arbeitete und lehrte der gebürtige Paderborner von 1972 bis 2002 über drei Jahrzehnte an der Fakultät für Geschichtswissenschaft in Bielefeld. Zuvor hatte er in Münster, Konstanz und Erlangen unter anderem bei Herbert Grundmann und Arno Borst studiert. Wie wenige Historiker verstand er es, vergangene Zeiten und Personen lebendig werden zu lassen: Dabei konzentrierte er sich auf die monastische Welt des Mittelalters und der frühen Neuzeit, die Geschichte der vormodernen Stadt und die Region Westfalen. Seine Dissertation über den Karthäuser Heinrich Egher von Kalkar, die Habilitation über „Höxter um 1500“ und seine Arbeiten zu den Böddeker Augustiner-Chorherren markieren bis heute wichtige Meilensteine der historischen Forschung.

Seine Studenten begeisterte er in vielen Vorlesungen, Seminaren und Übungen mit seiner lebendigen Vermittlung auch schwieriger wissenschaftlicher Inhalte. Darüber hinaus hatte er immer auch ein offenes Ohr für persönliche Anliegen. Quasi mit dem lehrenden Zeigefinger geboren verstand er die Lehre als zentrale Aufgabe eines jeden Historikers: Seine Übungen zur Paläographie, Numismatik oder Heraldik waren sogar früh morgens oder am späten Nachmittag gut besucht.

Auf seinen akribisch vorbereiteten Exkursionen nahm er junge und ältere Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit wehendem Mantel auf eine farbige Entdeckungsreise durch die alltägliche Welt des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Heinrich Rüthing gebührt großer Dank und wir freuen uns sehr, dass er mit seiner unermüdlichen Schaffenskraft den Altertumsverein Paderborn so viele Jahre unterstützt hat. Wir werden ihn sehr vermissen.

12. August 2017|

Archäologische Exkursion – Auf der Suche nach Spuren vergangener Orte!

Fehden, Pest, Landflucht, Krisen der Landwirtschaft: Im Mittelalter ereigneten sich manche Katastrophen, die gravierenden Einfluss auf die Siedlungslandschaft hatten, auch in Paderborn Das zeigt eine systematische Prospektion der aufgegebenen Orte, die das Fachreferat für die Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit derzeit im Gebiet des Kreises Paderborn durchführt, weil hier nur etwa ein Viertel der Ortswüstungen ihrer exakten Lage nach bekannt ist.“ nach: (Blog der LWL Archäologie für Westfalen, Publikationsdatum: 04.11.2016, Themen: Mittelalter- und Neuzeitarchäologie, Spezialgebiete) Wüstungen im Paderborner Land und anderswo. Kartenentwurf: LWL/Rudolf Bergmann

 

Dr. Rudolf Bergmann von der LWL-Archäologie in Münster, promovierte einst über „Die Wüstungen des Geseker Hellwegraumes“. Inzwischen hat er sich von Westen angenähert und nun auch der Region um Paderborn angenommen. Im Hochstift verschwanden im 14. Jahrhundert mehr als die Hälfte der bestehenden Orte. Manche sind bekannt, andere werden bis heute gesucht. Viele sind unwissentlich seit Jahren Ziele von Sonntagsspaziergängen. Mit Herrn Bergmann haben wir gemeinsam diese Plätze in der Landschaft aufgesucht und ihre Geschichte ganz neu beleuchtet – oder wussten Sie, das die „Hilligen Seele“ Mittelpunkt eines untergegangenen Dorfes war?

30. Mai 2017|

Ehrenmitgliedschaft für Professor Hermann Josef Schmalor

Prof. Hermann Josef Schmalor ist neues Ehrenmitglied des Paderborner Altertumsvereins.

Freude über Auszeichnung – Andreas Gaidt (li.) überreicht Prof.Hermann Josef Schmalor (re.) die Ehrenrkunde.

Der langjährige Direktor der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek war von 2003 bis 2013 Direktor des Vereins. Seit über 35 Jahren betreut er zudem als Archivar und Bibliothekar ehrenamtlich die umfangreiche archivalische Sammlung und die Bibliothek des traditionsreichen Geschichtsvereins. In den Beständen des Altertumsvereins befinden sich bedeutende landesgeschichtlicher Materialien, insbesondere Handschriften, Akten und Urkunden der aufgehobenen Klöster, aber auch Schriftgut staatlicher und kommunaler Provenienz. „In diesen Funktionen ist es Hermann Josef Schmalor gelungen, dem Verein eine gesunde finanzielle Basis zu verschaffen, den Bibliotheksbestand deutlich zu erweitern, wichtige Aspekte der Vereinsgeschichte zu veröffentlichen und diesen damit insgesamt bekannter zu machen“, betonte Andreas Gaidt, als er auf der Mitgliederversammlung des Altertumsvereins in Brilon die Ehrenmitgliedsurkunde überreichte. Schmalors wissenschaftliche Veröffentlichungen befassen sich vor allem mit Themen der Bibliotheksgeschichte, speziell der Historie der Klosterbibliotheken Westfalens. 2013 wurde der gebürtige Sauerländer zum Honorarprofessor an der Theologischen Fakultät ernannt. Seither nimmt er dort auch Lehraufträge im Bereich der „Bistumsgeschichte“ wahr.

 

 

30. April 2017|

Altertumsverein erhält 60.000 Euro von NRW-Stiftung

für Ausstellung über „Briten in Westfalen“ 

Sie präsentierten erste Exponate bei der Übergabe der Förderzusage (v.l.): Projektleiterin Dr.Bettina Blum, Eckhard Uhlenberg vom Vorstand der NRW-Stiftung, Vereinsdirektor Dr. Andreas Neuwöhner und Ausstellungsgestalterin Renate Müller-Fromme (Foto: Bernd Hegert / NRW-Stiftung)

Sehr gern hat Dr. Andreas Neuwöhner den Besuch aus Düsseldorf empfangen. In seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied der Nordrhein-Westfalen-Stiftung überreichte Landtagsvizepräsident Eckhard Uhlenberg die Zusage für einen Zuschuss in Höhe von 60.000 Euro an den Direktor des Paderborner Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens. Gemeinsam mit Projektleiterin Dr. Bettina Blum und Ausstellungsgestalterin Renate Müller-Fromme stellte Dr. Andreas Neuwöhner die Pläne vor, nach denen mit dem Geld der NRW-Stiftung die Ausstellung zum Thema “Briten in Westfalen. Begegnungen – Beziehungen – Geschichte 1945-2020“ umgesetzt werden soll. Das Ausstellungsprojekt wird in Kooperation mit der Stadt Paderborn und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe durchgeführt. Ein Ausstellungskatalog rundet das Projekt ab.Der Verein beleuchtet mit der Ausstellung ein aktuelles Thema, das Teil der nordrhein-westfälischen Landesgeschichte ist und zugleich die Lebenswirklichkeit vieler Westfalen berührt. So soll ein wesentlicher Beitrag zur gemeinsamen Vergangenheit von Briten und Deutschen entstehen, der auch im Kontext mit dem 70. Geburtstag des Landes Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr steht.

Die NRW-Stiftung fördere die Ausstellung auch wegen der Bedeutung dieser Thematik für den interkulturellen Austausch, betonte Uhlenberg. Der Abzug der britischen Truppen aus NRW und aus Deutschland beende eine langjährige Ära der Nachkriegsgeschichte – so ist die Ausstellung auch Ergebnis einer länderübergreifenden Zusammenarbeit. Die Ausstellung wird am 20. Oktober im Stadtmuseum Paderborn eröffnet.

8. März 2017|

Dr. Thorsten Süß erhält „Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis“

Gratulation: Dr. Andreas Neuwöhner vom Altertumsverein (li.) und Prof. Dr. Peter Oestmann von der Uni Münster (re.) freuen sich mit Dr. Thorsten Süß über die Auszeichnung.

Paderborn. Gepuderte Perücken auf den Köpfen studierter Adliger, ellenlange Schriftsätze, Schriftlichkeit statt Mündlichkeit, ein juristisches Kauderwelsch mit Bandwurmsätzen zwischen lateinischer und deutscher Fachsprache – so sah vermutlich der Alltag eines territorialen Obergerichtes im 18. Jahrhundert aus. Was auf den ersten Blick wie trockene Materie aussieht, hat den Juristen Dr. Thorsten Süß bei der Auswahl seines Dissertationsthemas nicht abgeschreckt. Er beschäftigte sich akribisch mit der Entwicklung des frühmodernen Prozessrechtes und nahm dazu das Hochstift Paderborn in der Zeit des Fürstbischofs Ferdinand von Bayern (1577-1650) besonders in den Blick. Für seine hervorragende wissenschaftliche Arbeit erhielt er nun vom Altertumsverein Paderborn den Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis. „In seiner Dissertation dokumentiert Thorsten Süß, dass eine funktionierende Höchstgerichtsbarkeit ein wesentlicher Markstein für die Territorien auf ihrem Weg zur Staatswerdung war“, betonte Laudator Prof. Dr. Peter Oestmann (Institut für Rechtsgeschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster)  bei der Verleihung des Meyer-Preises im Schwurgerichtssaal des Landgerichtes in Paderborn.

 

 

8. Februar 2017|