Führungen: Heiner Duppelfeld, Organisatorische Leitung: Marianne Moser

 Wir fahren mit dem Busunternehmen Wächter aus Grundsteinheim.


Abfahrt
: 7.50 Uhr am Maspernplatz; 8.00 Uhr Hauptbahnhof -> Bussteig am Arbeitsamt

Programmpunkte:

  1. Besuch von Helmarshausen und der Krukenburg an der unteren Diemel
  2. Besichtigung der Hugenottenstadt Bad Karlshafen an der Weser
  3. Besichtigung der ehemaligen romanischen Kirche Lippoldsberg an der Oberweser

Helmarshausen wird 994 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und zählt damit zu den ältesten Städten in Nordhessen. Bereits 997 war innerhalb des Ortes ein reichsunmittelbares Benediktinerkloster gegründet und von Otto III. mit zahlreichen Privilegien ausgestattet worden. Bekannt war es für seine bedeutende Kunstwerkstatt, in deren Scriptorium viele Buchmalereien hergestellt wurden. Am bekanntesten ist das Evangeliar Heinrich des Löwen aus dem 12. Jahrhundert. Das Original wird heute in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel aufbewahrt, Faksimile-Seiten können in der Stadtkirche und im Stadtmuseum von Helmarshausen gesehen werden. Von dem in der Reformationszeit aufgelösten Kloster existieren heute noch einige wenige Gebäude. Der Ortskern wird von etlichen Fachwerkhäusern aus dem 16.-18. Jahrhundert geprägt.

Eng verbunden mit der Geschichte des Ortes und des Klosters ist die Krukenburg, die ab 1222 oberhalb des Ortes erbaut wurde. Sie gehört mit der Sababurg und der Trendelburg zum Trio der nordhessischen Burgen im Einzugsbereich des Reinhardswaldes. Aufgrund von Streitigkeiten zwischen den Bistümern Köln, Paderborn und Trier wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts mit dem Bau dieser klassischen Burganlage begonnen, deren Reste noch heute gut erkennbar sind. Inmitten der Burganlage befindet sich als ältestes Bauwerk eine frühe romanische Taufkirche, deren Bau dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem  folgte. Die Johannes dem Täufer geweihte Kirche ist baugeschichtlich von überregionaler Bedeutung mit Alleinstellungs-merkmalen. Im Rahmen der Exkursion werden sowohl der Ort Helmarshausen als auch die Krukenburg besichtigt.

 

Im Anschluss an den Besuch in Helmarshausen geht es in die Hugenottenstadt Bad Karlshafen. Der nordhessische, direkt an der Weser gelegene Kurort Bad Karlshafen besticht durch einzigartige weiße Häuser-Karrees aus der Barockzeit, das eindrucks-volle historische Rathaus und den Barockhafen mit Schleuse.

Gegründet wurde der Ort 1699 von Landgraf Karl von Hessen-Kassel als Exulantenstadt zur Ansiedlung von Hugenotten, protestantischen Glaubensflüchtlingen, aus Frankreich. Landgraf Karl ordnete den Aufbau einer neuen Fabrik- und Handelsstadt an. Im Zusammenhang mit den Plänen, den Landgraf-Carl-Kanal zu graben, wollte der Landgraf die Zölle von Hannoversch Münden umgehen und von hier aus eine neue Wasserstraße bis in seine Residenzstadt Kassel bauen lassen. Die Pläne konnten jedoch nur teilweise realisiert werden. Die von seinem Ingenieur und Baumeister Friedrich Conradi im Stil des Weserbarocks geplante Stadtanlage mit ihren symmetrisch angelegten Straßenzügen ist in weiten Teilen eindrucksvoll erhalten. 1704 wurde das Invalidenhaus errichtet. Es diente bis 1918 der lebenslangen Unterbringung und Versorgung invalider hessischer Soldaten und ihrer Familien. Der Hauptbau ist jedoch das direkt am historischen Hafenbecken gelegene ehemalige Pack- und Lagerhaus, das heutige Rathaus. Erbaut wurde es 1715-1718 und diente dem Landgrafen bei Besuchen als repräsentative Unterkunft. 1730 entdeckte der hugenottische Apotheker Jacques Galland Solequellen, die Grundlage für den heutigen Kurort.

Die Stadtanlage und das 1989 in einer ehemaligen Zigarrenfabrik gegründete Deutsche Hugenottenmuseum Bad Karlshafen vermitteln einen eindrucksvollen Überblick über die Geschichte der Hugenotten in Frankreich und Deutschland. Nach dem Mittagessen in Bad Karlshafen ist zum Abschluss der Exkursion noch ein Besuch des ehemaligen hochromanischen Klosters Lippoldsberg an der Oberweser vorgesehen.

An der Mündung der Schwülme in die Weser befand sich schon in frühchristlicher Zeit eine Furt durch den Fluss, an der auch eine kleine Siedlung lag. In der Mitte des 11. Jahrhunderts ließ der Mainzer Erzbischof Lippold I. eine kleine Kapelle errichten, aus der das spätere Benediktinerinnenkloster Lippoldsberg hervorging. Dieses wurde 1086 vom Mainzer Erzbischof Ruthard gegründet, und bis 1093 erfolgte der Bau der Klosteranlage. Von 1142-1151 wurde unter Nutzung von Bruchsteinen die hochromanische Klosterkirche als kreuzförmige Pfeilerbasilika mit dreischiffigem Chor in einem Zug neu errichtet, die bis heute fast unversehrt erhalten ist. Lediglich der nördliche Turmaufsatz der ehemals zweitürmigen Westfassade wurde nach der Zerstörung im 30-jährigen Krieg nicht wiedererrichtet. Im Zusammenhang mit der Reformation wurde das Kloster geschlossen, und die Klosterkirche ging zur weiteren Nutzung vollständig in die evangelische Gemeinde über. Im 18. Jahrhundert wurde der Westflügel des ehemaligen Klosters zu einem Jagdschloss umgebaut, und der Kirchturm erhielt die heutige barocke Haube. Im 19. Jahrhundert wurde die Klosterkirche restauriert, die in dem Zusammenhang wiederhergestellte Gesamtausmalung des Kirchenraums wurde bei der Endrestaurierung der Kirche 1956 zugunsten der heutigen Steinsichtigkeit beseitigt. Im Zuge dieser Neugestaltung erhielt die Kirche auch ein neues Apsisfenster, das Szenen aus der Apokalypse zeigt.

Eventuell erfolgt noch ein gemeinsames Kaffeetrinken.

Nach der Besichtigung der Kirche erfolgt die Rückfahrt nach Paderborn.

Die Rückkehr ist um 19.00 Uhr geplant.

Anmeldungen bis Montag, 20. Juli 2026, schriftlich oder telefonisch nur bei der Vereinsgeschäftsstelle, Pontanusstr. 55 (Stadt- und Kreisarchiv), 33102 Paderborn, Tel.: 05251/88-11598. Teilnahmegebühr 33 Euro für Mitglieder, 35 Euro für Nichtmitglieder (gegen Abbuchung). Die Kosten für Mittagessen und Kaffeetrinken sind selbst zu tragen.