Die Tagesexkursion führt uns im Frühjahr 2027 nach Rheine. Angelika Pries ist Gästeführerin der Stadt Rheine und in Kloster Bentlage, Mitglied der AV Abteilung Münster und im Verein Historische Altstadt Rheine e.V. als wissenschaftliche Begleitung tätig. Einigen Mitgliedern ist sie bereits als Mitreisende bei den Sommerstudienfahrten bekannt. Frau Pries wird die Gruppe aus Paderborn durch den Tag begleiten und spannende Einblicke in die Historie Rheines und Bentlages aber auch in bürgerschaftliches Engagement gewähren. Für die Rettung des Mauerhauses gab es bisher den „Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege“ sowie die „Silberne Halbkugel“ als Deutschen Preis für Denkmalschutz 2026. Zuvor wurde der betreuende Verein Historische Altstadt Rheine e. V. bereits mit dem 1. Platz beim Heimatpreis der Stadt Rheine ausgezeichnet.

Der Marktplatz von Rheine (Quelle: Wikivoyage/Tubantia)
2027 feiert Rheine mit einem gewissen Stolz das Jubiläum „700 Jahre Stadtrechte“. Der Fürstbischof von Münster wollte mit der Stadtgründung 1327 ein Gegengewicht zur villa Reni schaffen, einem ehemals karolingischen Besitz, der seit einer Schenkung im Jahre 838 im Eigentum des Benediktinerinnenstiftes von Herford war. Die kleine umfriedete Stadt des 14. Jahrhunderts hat heute 80.000 Einwohner. Sie entwickelte sich durch die inzwischen verschwundene Textilindustrie, durch die ehemalige Stationierung der Bundeswehr und bis heute durch viele mittelständische Betriebe wie dem Tiefkühlkonzern Apetito. Größter Arbeitgeber ist die Mathias-Stiftung mit dem Krankenhaus und ihren verwandten Sozialeinrichtungen.
Von der Geschichte der westfälischen Kleinstadt finden sich noch viele Spuren. Trotz eines Stadtbrandes von 1647, trotz einigen Zerstörungen im 2. Weltkrieg und einer teilweise zu wenig respektvollen Stadtsanierung in den 1970er Jahren bilden Marktplatz und die spätgotische Hallenkirche ein stimmiges Ensemble. Der Jugendstilgiebel von 1913, mit dem ein jüdischer Metzger sein Haus schmückte, setzt am Markt einen besonderen Akzent. Ein wiederhergestellter kleiner jüdischer Freidhof jenseits der Stadtmauer erinnert an diesen Teil der Stadtgeschichte.
Der Falkenhof im Norden der Altstadt, dessen Geschichte auf die villa Reni zurückzuführen ist, später Adelssitz und heute Museum steht mit seiner restaurierten Renaissance-Decke in Kontrast zu dem am südlichen Rand an der Münstermauer gelegenen Weberhaus MM27 von 1580. Es wurde vollständig entkernt, restauriert und 2024 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In diesem Mauerhaus versteckt sich eine Viehrampe von 1870 und das einzige zugängliche Stück der Stadtmauer von 1320, das bei einer Hauserkundung angefasst werden darf.
Etwa zwei Kilometer nördlich gründete an der Stelle einer Eigenkirche von 1022 der aus Belgien stammende Kreuzherrenorden 1437 ein Kloster, 1803 bis 1978 der Sitz einer adeligen Familie, heute städtisches Museum. Dieses beherbergt mit den sog. Schädelschreinen zwei große Reliquienaltäre von 1500, die als kunsthistorische Zeugnisse von europäischem Rang eingestuft werden und als besondere Exponate 1999/2000 Teil der großen Pariser Reliquien-Ausstellung „La mort n‘en saura rien“ waren. Die Klosteranlage, die allerdings ihre Kirche verloren hat, wurde nach dem Erwerb durch die Stadt vom renommierten Architekturbüro Ellermann/ Pfeiffer (Lüdinghausen) restauriert und diente für dieses als Referenzobjekt bei der erfolgreichen Bewerbung um den Auftrag für das Klostermuseum Dalheim.
Der Tag wird sich in eine Klosterführung am Vormittag, anschließendem Mittagessen, danach einer Führung in der Altstadt in Rheine und im sanierten Mauerhaus gliedern. Nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken fährt die Gruppe mit dem Bus zurück nach Paderborn.
Zum Programm
Führungen: Angelika Pries Organisatorische Leitung: Marianne Moser; Heiner Duppelfeld
Wir fahren mit dem Busunternehmen Wächter aus Grundsteinheim.
Abfahrt: 09:00 Uhr am Maspernplatz; Rückkehr: ca. 18:30 Uhr
Anmeldungen, schriftlich oder telefonisch, nur bei der Vereinsgeschäftsstelle, Pontanusstr. 55 (Stadt- und Kreisarchiv), 33102 Paderborn, Tel.: 05251/88-11598. Teilnahmegebühr (enthält, Busfahrt, Führungen und Eintritte): 33 Euro für Mitglieder, 37 Euro für Nichtmitglieder (gegen Abbuchung).
Die Kosten für das Mittagessen und Kaffeetrinken sind selbst zu tragen.