Was blieb von der kurzen Zeit, in der römische Truppen bis nach Ostwestfalen vordrangen? Und wie lebten die Menschen zwischen Weser und Lippe in den Jahrhunderten danach? .Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines öffentlichen Vortrags am Dienstag, 16. Februar 2027, um 20 Uhr im LWL-Museum in der Kaiserpfalz.

Unter dem Titel „Das Leben in Ostwestfalen in den Jahrhunderten nach der römischen Invasion“ berichtet Dr. Sven Spiong, Leiter der LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Bielefeld, über aktuelle Forschungen und Grabungen in der Region. Der Vortrag zeigt, wie aus archäologischen Befunden ein Bild von Alltag, Siedlungswesen und möglichen Begegnungen zwischen Einheimischen und Römern entsteht.



Neue archäologische Untersuchungen in Delbrück-Bentfeld, Bielefeld und Rödinghausen eröffnen einen anschaulichen Blick auf das Leben der Menschen in den ersten fünf Jahrhunderten nach Christus. Pfostenlöcher, Gruben, Keramikscherben und Münzen wirken auf den ersten Blick unscheinbar. Für die Archäologie sind sie jedoch Spuren ehemaliger Häuser, Höfe und Siedlungen – und damit Zeugnisse eines Alltags, der sonst kaum überliefert ist. Besonders aufschlussreich sind die Arbeiten in Delbrück-Bentfeld. Dort untersuchten Fachleute 2024 und 2025 eine Siedlungs- und Bestattungslandschaft aus der Kaiser- und Völkerwanderungszeit. Der Fundplatz liegt nur rund anderthalb Kilometer vom Römerlager Anreppen entfernt. Die Funde bieten damit eine seltene Möglichkeit, das Umfeld des römischen Militärlagers zu erforschen und nach möglichen Kontakten zwischen einheimischen Bauern und römischen Soldaten zu fragen. Auch in Rödinghausen-Schwenningdorf haben Ausgrabungen eine rund 2.000 Jahre alte Siedlung sichtbar gemacht.

Die Untersuchungen geben nicht nur Auskunft über Bauweisen und Siedlungsstrukturen. Sie werfen auch die größere Frage auf, wie nachhaltig die römischen Feldzüge und das nahegelegene Römerlager Anreppen die Region geprägt haben. Gab es Handel, Austausch oder Begegnungen über den Limes hinweg? Welche römischen Gegenstände gelangten in die einheimischen Siedlungen – und welche Spuren haben diese Kontakte in Ostwestfalen hinterlassen? Dr. Sven Spiong nimmt die Besucherinnen und Besucher mit in eine Landschaft, die vor knapp 2.000 Jahren keineswegs am Rand der Geschichte lag.
Weitere Infos: https://www.lwl-archaeologie.de/de/blog/uberraschungen-am-laufenden-band-brandgrab-und-brunnen-aus-der-volkerwanderungszeit-in-delbruck-bentfeld/

Infos zur Veranstaltung:

📅 Dienstag, 16.02.2027, 20.00 Uhr
📍 LWL-Museum in der Kaiserpfalz, Am Ikenberg, 33098 Paderborn
Der Eintritt ist frei.