Unter dem Titel „Das Leben in Ostwestfalen in den Jahrhunderten nach der römischen Invasion“ berichtet Dr. Sven Spiong, Leiter der LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Bielefeld, über aktuelle Forschungen und Grabungen in der Region. Der Vortrag zeigt, wie aus archäologischen Befunden ein Bild von Alltag, Siedlungswesen und möglichen Begegnungen zwischen Einheimischen und Römern entsteht.
- Jede Menge Holz: Bergung von Konstruktionshölzern aus der Brunnengrube (Foto: EggensteinExca/Sven Knippschild).
- Frisch geborgen: Aus der alten Kulturschicht stammt dieser Beschlag mit Öse von einem römischen Militärgürtel aus dem 4./5. Jahrhundert n. Chr. (Foto: EggensteinExca/Sven Knippschild).
- Nicht reintrEin Gott im Sand: Die Gemme mit der Ritzung des römischen Gottes Merkur war ursprünglich an einem Fingerring befestigt (Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/Andreas Madziala).eten!: Dieses knapp 20 cm lange römische Messer wurde mit der Spitze nach oben weisend in einer kleinen Grube unter dem Fußboden eines Grubenhauses aufgefunden (Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/Andreas Madziala).
- Nicht reintreten!: Dieses knapp 20 cm lange römische Messer wurde mit der Spitze nach oben weisend in einer kleinen Grube unter dem Fußboden eines Grubenhauses aufgefunden (Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/Andreas Madziala).
Neue archäologische Untersuchungen in Delbrück-Bentfeld, Bielefeld und Rödinghausen eröffnen einen anschaulichen Blick auf das Leben der Menschen in den ersten fünf Jahrhunderten nach Christus. Pfostenlöcher, Gruben, Keramikscherben und Münzen wirken auf den ersten Blick unscheinbar. Für die Archäologie sind sie jedoch Spuren ehemaliger Häuser, Höfe und Siedlungen – und damit Zeugnisse eines Alltags, der sonst kaum überliefert ist. Besonders aufschlussreich sind die Arbeiten in Delbrück-Bentfeld. Dort untersuchten Fachleute 2024 und 2025 eine Siedlungs- und Bestattungslandschaft aus der Kaiser- und Völkerwanderungszeit. Der Fundplatz liegt nur rund anderthalb Kilometer vom Römerlager Anreppen entfernt. Die Funde bieten damit eine seltene Möglichkeit, das Umfeld des römischen Militärlagers zu erforschen und nach möglichen Kontakten zwischen einheimischen Bauern und römischen Soldaten zu fragen. Auch in Rödinghausen-Schwenningdorf haben Ausgrabungen eine rund 2.000 Jahre alte Siedlung sichtbar gemacht.
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