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Erste archäologische Erkenntnisse über mittelalterliche Wüstungsprozesse

Im Rahmen des Vortragsprogramms des Altertumsvereins berichtet die Paderborner Stadtarchäologin Dr. Sveva Gai am Dienstag, den 19. März um 19.30 Uhr, über mittelalterliche Wüstungen in der Paderborner Siedlungslandschaft. Während zahlreiche Siedlungsspuren von der Eisenzeit über die Kaiserzeit bis in die karolingisch-ottonische Zeit das Siedlungsbild westlich von Paderborn prägen, wurde das Gebiet im Paderborner Osten archäologisch bislang kaum erforscht. In den Jahren 2016-2018 untersuchte die Stadtarchäologie Paderborn die Siedlung Marsfelde, einen Eisenverhüttungsplatz auf der Paderborner Hochebene aus dem 9. und 10. Jahrhundert. Außerdem machte sie im Neubaugebiet „Springbach Höfe“ Entdeckungen von großer Bedeutung für die Erforschung der Besiedelung des Paderborner Umlandes. Bis in die Jungsteinzeit im 5. und 4. Jahrhundert vor Christus datieren die Archäologen die Fundstücke, unter anderem Keramik, Kanäle und Hausgrundrisse. Der vollständige Umfang der Besiedlung des Areals der Springbach Höfe in der Steinzeit lässt sich noch nicht genau eingrenzen. Anders stellt sich die Situation bei der mittelalterlichen Besiedlung des Gebietes vom 9. bis in das 12. Jahrhundert dar. Beispielsweise sind komplett freigelegte Grundrisse einzelner Keller (vgl. Abb.) besonders aufschlussreich. Die in die Felsen eingelassenen Bauten bestehen aus Räumen, deren Wände mit einschalig gesetzten Mauern verblendet sind. Im Westen und im Norden befindet sich jeweils eine Zugangstreppe aus Kalksteinstufen, die einen bequemen Zugang in die Kellerräume ermöglicht. Die teilweise brandgeröteten Wände weisen auf eine Zerstörung durch eine Feuerbrunst hin.

Das Bild zeigt die Relikte eines im Südwesten der Springbach Höfe gefundenen zweiräumigen Kellers. In der Trennwand ist deutlich die zugemauerte Öffnung zu sehen. (Quelle: LWL) Der Eintritt ist kostenfrei. Ort der Veranstaltung: Hörsaal 2 der Theologischen Fakultät, Kamp 6, 33098 Paderborn