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Tagesfahrt am Samstag, den 6.4.2019: Alte Kirchen im Stadtgebiet von Schmallenberg/ Hochsauerland

Leitung: Studiendirektor a. D. Klaus Hohmann, Marianne Moser

Die Exkursion führt in die eindrucksvolle Bergwelt des Hochsauerlandes. Hauptsächliches Thema sind die bedeutenden romanischen Malereien in mehreren um das historische Schmallenberg gelegenen Dorfkirchen. Der enge kulturelle Bezug zu Köln und zu Soest erklärt die außerordentlich gute Qualität der Ausmalungen. So tritt der sauerländische Raum an die Seite des in den zwei vergangenen Jahren erschlossenen Soester Raums. Die Hinfahrt bietet Zeit für eine landesgeschichtliche Einführung in die konkurrierenden territorialen Bezüge.

Die Besichtigungen beginnen in der entlegenen kleinen Kapelle St. Pankratius in Brabecke, einem zweijochigen Saal des 12. Jh. mit jüngerem Turm. Das spätromanische Dekorationssystem  mit Bezügen zur Hohnekirche in Soest mit ist erhalten. Das Dekorationssystem der dortigen Petrikirche als der weitaus bedeutendsten älteren westfälischen Pfarrkirchen dürfte auch für den sauerländischen Raum maßgeblich gewesen sein.

In Schmallenberg, einer nach Großbrand  neuerstandenen klassizistischen Stadt, ist in der spätromanischen Stadtkirche St. Alexander,  einer Basilika der 1. H. d. 13. Jh., neben fragmentarischer figürlicher Malerei ein Teil des Dekorationssystems erhalten. Räumlich von besonderer Art ist das Gesamt- Ensemble: Neben die an die Stelle von Turm und Westjoch tretende neuromanische Basilika des im Hochsauerland dominierend auftretenden Architekten Buschkremer tritt neuerdings ein in Beton errichteter Kampanile. Ein kurzer Besuch am Wege gilt der 1905/06 entstandenen neuromanischen Kirche St. Antonius in Fleckenberg. Ihr Architekt ist der dem Diözesan- und Dombaumeister  Arnold Güldenpfennig ebenbürtige Paderborner Architekt Franz Mündelein. St. Vincenz in Lenne führt ins Mittelalter zurück. Der um 1200 erbaute, wertvoll ausgestattete zweijochige spätromanische Saal hat noch das bauzeitliche Dekorationssystem.

Mit St. Peter und Paul in Wormbach als erstem Höhepunkt schließt der morgendliche Besichtigungsreigen. Die Kirche dieses noch heute winzigen Fleckens ist eine der seltenen nachgewiesenen Urpfarreien und somit die Missionszelle einer ausgedehnten Region. Die dreijochige Halle aus dem 2. V. d. 13. Jh. ist eine der beiden bekanntesten Kirchen des Hochsauerlands. Auch ihr differenziertes Dekorationssystem ist vollständig erhalten. Die bedeutende szenische Ausmalung des Chores ist leider abgedeckt, da der ausladende Barockaltar im Altarraum nach der Entdeckung der Malereien verblieben ist. Das Mittagessen ist reserviert in dem landschaftlich schön gelegenen Berghauser „Heimkehrhof“. Bei der Hinfahrt kann die gewünschte Speise aus einer Auswahlkarte gewählt und telefonisch vorbestellt werden.

In Berghausen ist St. Cyriakus als die andere besonders bekannte der mittelalterlichen Schmallenberger Kirchen insofern der eigentliche Zielpunkt, als neben  dem bauzeitlichen Dekorationssystem auch die szenische Ausmalung des Chores nicht nur vollständig erhalten, sondern auch sichtbar ist. Vergleichbar der Hohnekirche in Soest wirkt wie überhaupt im norddeutsch-niederländischen Raum die byzantinisch-lombardische Kunst fort. So erschließt sich in besonderer Weise der ursprüngliche Eindruck eines hochromanischen Kirchenraums.Die Kirche der 2. H. d. 12. Jh., eine zweijochige Basilika mit eingezogenem Westturm und Querschiff, weist als Rarität ein Hagioskop/ Pönitenzfenster auf.

Die Rückfahrt führt in eine abseits in einem reizvollen Tal gelegene Kunstschmiede in Niedersorpe, eingerichtet in dem Gebäude eines aufgelassenen Bergwerks. Der mit Gewässern umgestaltete Park mit großformatigen Metallskulpturen und die Schmiede bieten eine Fülle qualitätvoller künstlerischer Schmiedearbeiten.

Ausspann folgt am Briloner Markt im Traditionslokal Jägerhof, bevor es auf die Weiterreise nach Hause geht.

Programm:

8.15 Uhr Abfahrt Paderborn, Liboriberg, Ecke Liboristraße

8.20 Uhr Abfahrt Hauptbahnhof

17.30 Abfahrt Brilon

18.30 Ankunft Paderborn

Abb.: Blick auf die Kirche St. Alexander (Foto: Stefan Didam)

Anmeldungen: Bis zum 29.3.2019, telefonisch oder schriftlich beim Verein, Pontanusstraße 55 (Stadt- und Kreisarchiv), 33095 Paderborn, tel. 05251 881598 gegen Abbuchung (Vereinsmitglieder) oder Überweisung): Die unterschiedlichen Kosten der Besichtigung einer Kunstschmiede und der Beköstigungen sind selbst zu tragen. Teilnahmegebühr für  Fahrt und Führungen:  27 Euro (Vereinsmitglieder),  31 Euro  (Nicht-Vereinsmitglieder)