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Bildquelle: Wikipedia

Gehen Sie mit dem Altertumsverein auf eine kleine Zeitreise in die lippische Residenzstadt Detmold. Am 28. April findet hier unsere Mitgliederversammlung statt. Neben den Vereinsregularien haben wir auch in diesem Jahr wieder ein interessantes kulturelles Programm vorbereitet. Wir freuen uns auf Sie!

Treffpunkt: Haus der Immobilie, Bismarckstraße 5

Samstag, 28. April 2018

Programm

09.30 – 10.30 Uhr      Mitgliederversammlung

10.30 – 11.00 Uhr      Kaffeepause

11.00 – 11.15 Uhr       Grußwort des Bürgermeisters Rainer Heller

11.30 – 13.00 Uhr      Besuch des Detmolder Schlosses (Achtung, bei der Führung ist eine Treppe mit 27 Stufen zu bewältigen, ein Aufzug existiert nicht!)

13.15 – 13.30 Uhr       Grußwort  Dr. Wolfgang Bender, Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe

13.30 – 14.30 Uhr      Mittagessen im Haus der Immobilie

14.30 – 15.15 Uhr       Öffentlicher Vortrag: Die „vergessene“ Synagoge in Detmold von 1633 (Fred Kaspar, LWL)

15.15 – 16.00 Uhr      Stadtrundgang mit Außenbesichtigung der alten Synagoge

16.00 Uhr                   Kaffeetrinken im Haus der Immobilie

Jetzt anmelden: Anmeldungen bis Freitag, 21. April 2017, schriftlich oder telefonisch nur bei der Vereinsgeschäftsstelle, Pontanusstr. 55 (Stadtarchiv), 33095 Paderborn, Tel.: 05251/88-1598, gegen Abbuchung. Es wird kein Bus eingesetzt. Teilnahmegebühr für Vorträge, Führungen und Mahlzeiten: 37 €, ohne Mahlzeiten 17 €.

Zur Stadt Detmold

Karl der Große schlug 783 die Sachsen bei „Theotmalli“ (alte Form von „Detmold“) am Osnig. In der zugehörigen Kirche weihte Papst Leo III. während seines Besuchs in Paderborn 799 einen Altar. Als Gaubezeichnung schon früher nachweisbar wurde die Stadt wohl erst unter dem Edelherren Bernhard III. zur Lippe um 1265 gegründet und erhielt Lippstädter Stadtrecht.

Im Jahr 1447 während der Soester Fehde zerstört, brannte die wiederaufgebaute Stadt 1547 erneut nieder. Die vermutlich auf den karolingischen Vorgängerbau zurückgehende, St. Vitus geweihte Marktkirche erhielt bis zum 16. Jahrhundert seine Form als dreischiffige gotische Hallenkirche. Die Grenzen mittelalterlicher Fachwerkstatt wurden durch Graf Friedrich Adolph mit der Anlage der Neustadt vor dem Hornschen Tor Anfang des 18. Jahrhunderts gesprengt. Die Stadtmauern wurden Anfang des 19. Jahrhunderts geöffnet und es entstanden neue Stadtviertel mit klassizistischen und gründerzeitlichen Villen. Das lippische „Regierungsviertel“ wurde in der Kaiserzeit angelegt. Fürst Leopold II. ließ 1825 im Lustgarten ein klassizistisches Theater erbauen, an dem auch Albert Lortzing mehrere Jahre als Musiker und Komponist tätig war. Weitere bekannte Bewohner Detmolds waren die Schriftsteller Christian D. Grabbe, Georg Weerth, Ferdinand Freiligrath und Malwida von Meysenburg und der Komponist Johannes Brahms.

Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden die lutherische Kirche in der Schülerstraße und die Synagoge  in der Lortzingstraße. Die älteste katholische Kirche war die 1851/52 am Wallgraben entstandene St. Bonifatius-Kirche. Seit 1876 war Detmold Garnisonstadt und wurde nach dem 2. Weltkrieg auch von der britischen Armee als Standort genutzt.

1918/19 wurde die Residenzstadt Hauptstadt des Freistaates Lippe und nach dessen Eingliederung 1947 in das Land NRW Sitz des Regierungsbezirks Detmold. Als regionales Verwaltungszentrum konnte die Stadt Detmold etliche Behörden, kulturelle Einrichtungen und Bildungsinstitutionen einrichten.

(Nach: Handbuch der historischen Stätten, Bd. 3: Nordrhein-Westfalen. 3. Aufl., Stuttgart 2006, Artikel „Detmold“ von Dr. Jutta Prieur-Pohl)

 Zum Schloss Detmold

Urkundlich wird die Burg erstmals 1366 erwähnt. Von der ersten kleineren Anlage hat sich nach der Zerstörung 1447 nur der massive Turm erhalten. Unter Bernhard VII. zur Lippe wurde nicht nur die Burg ausgebaut, sondern er wählte sie sich zur ständigen Residenz. Seine Nachfolger ließen das Schloss unter Jörg Unkair, Johann Robyn und Cord Tönnis zum Renaissanceschloss ausbauen. Kleinere Umbauten gab es zu Beginn des 17. Jahrhunderts, um 1620 entstand das Küchenportal, und 1673 ließ Graf Simon Heinrich den hinteren Flügel ausbauen – damit war die komplette Anlage in der heutigen Größe vollendet. Unter Graf Friedrich Adolf erfolgte 1715 der Umbau der beiden Langflügel, und die Innenausstattung wurde dem Barockstil gemäß verändert. Die Räume erhielten mit Stuck verzierte Decken und Wände, Bemalungen und Wandteppiche. Trotz einiger Umbaumaßnahmen im 18. und 19. Jahrhundert blieb in der Gesamterscheinung des Schlosses bis heute der Zustand des frühen 18. Jahrhunderts erhalten.